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100 Jahre Hohkönigsburg
Das Schloss Hohkönigsburg, Sinnbild für eine
ganze Region und für die mittelalterliche Burg schlechthin,
bietet 100 Jahre nach ihrer Rekonstruktion eine bemerkenswerte
Vorstellung davon, wie eine Burg am Ende des Mittelalters
aussah. Als Zeugnis einer bewegten Geschichte stellt sie sich
heute als Bauwerk des europäischen Kulturerbes vom Anfang
des 20. Jahrhunderts dar.
2008
bietet sich für den Conseil Général du Bas-Rhin, Eigentümer
der Burg seit 2007, die Gelegenheit, diesen außergewöhnlichen
Ort und seine erstaunliche Renaissance mit der Chronik einer
monumentalen Rekonstruktion ins rechte Licht zu rücken.
Im 19. Jahrhundert faszinierten das Mittelalter und seine
Überreste Ausflügler, Dichter, Zeichner und Fotografen ebenso
wie sich Burgenkundler, Historiker und Architekten mit den
Ruinen beschäftigten. Die Zeit der Romantik war dabei, sich
zum Historismus hin zu verändern. Eine Vielzahl von Bauwerken
in Europa wurden restauriert und rekonstruiert, um ihre einstige
Bedeutung wieder deutlich zu machen.
Der deutsche Kaiser Wilhelm II., Besitzer der Hohkönigsburg
seit 1899, war begeistert von der mittelalterlichen Zeit der
Ritter und von der Idee, dieser Zeit ein Museum zu widmen.
Er beschloss, der Burg ihr Aussehen des 15. Jahrhunderts wieder
zurück zu geben und betraute den Berliner Architekten Bodo
Ebhardt mit den dazu notwendigen Arbeiten.
Die Arbeiten waren gewaltig und umfangreich. Innerhalb von
acht Jahren wurde die ausgedehnte Ruine der Wehranlage in
ein Museum des Mittelalters umgewandelt. Im Bemühen um Wahrscheinlichkeit
und historische Authentizität stützte sich Bodo Ebhardt auf
Dokumente in Archiven wie auf archäologische und architektonische
Spuren. In der Verbindung der Studien wie der Arbeiten mit
modernen wissenschaftlichen und technischen Methoden gab er
damit der praktischen Denkmalpflege in Deutschland einen entscheidenden
Anstoß. Die Arbeiten wurden fotografisch begleitet, stromerzeugende
Aggregate eingesetzt, schwere Hebekräne liefen auf Schienen,
Dampflokomotiven bewegten die Baumaterialien. Am 13. Mai 1908
wurde die "neue" Hohkönigsburg eingeweiht.
Noch bis in den Dezember 2008 hinein feiert die Hohkönigsburg
das hundertjährige Jubiläum ihrer Rekonstruktion mit einem
besonderen kulturellen Programm. Das Hauptereignis dieses
besonderen Jahres ist die Ausstellung "Betreten der Baustelle
erwünscht" (Traces de chantier) in einem etwa einen Kilometer
langen Rundgang, entlang dem eindrucksvolle Fotos und Objekte
als Zeugen dieses Unternehmens gezeigt werden. Zahlreiche
weitere Veranstaltungen bringen das Jubiläum verschiedenen
Besuchergruppen näher.
Betreten der Baustelle erwünscht (Traces de chantier)
Ausstellung - Mai bis Dezember 2008
Angelpunkt der Hundertjahrfeier ist die Ausstellung "Betreten
der Baustelle erwünscht" (Traces de chantier), die den Besuchern
die außergewöhnlichen Dimensionen der Rekonstruktion näher
bringt. Diese Ausstellung besticht einserseits durch ihre
Dauer - von Mai bis Dezember 2008 - und durch ihre Länge von
mehr als einem Kilometer. Präsentiert wird sie entlang des
normalen Führungsrundgangs und stellt die Fotografie in einen
besonderen räumlichen Zusammenhang mit der Burg selbst. Sie
spielte während der Rekonstruktionsarbeiten eine bedeutende
Rolle, indem in einer großen Kampagne die gesamte Ruine fotografisch
aufgenommen wurde und Fotografen auch die gesamten Bauarbeiten
begleiteten. Bilder der ruinösen Burg, von den Bauarbeiten,
den Handwerkern, den Arbeitern, ihren Werkzeugen, aber auch
von den aus dem Schutt geborgenen Fundstücken erzählen die
Geschichte dieser umfangreichen Arbeiten.
Auf Französisch, Deutsch und Englisch.
Im normalen Eintrittspreis eingeschlossen.
Coulisses d'une restauration
Themenführung - September und Oktober 2008
Die Führung " Coulisses d'une restauration " wird im Rahmen
der Hundertjahrfeier zum ersten Mal angeboten.
Kaiserliche Absichten, eine Ansammlung von Werkstücken, ein
Kalender der Rekonstruktion, in den Fels eingraviert, Arbeitsgeräte,
die von den Bauleuten zurückgelassen wurden - die große Geschichte
vermischt sich mit den Anekdoten des Unternehmens, um die
Geschichte der Wiedergeburt dieser Burg zu erzählen.
Diese Führung konzentriert sich auf die repräsentativen Stellen
der Rekonstruktionsarbeiten, besonders auf die, die sonst
der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
Auf Französisch: Sonntags 11 und 14.45 h
Auf Deutsch Samstag 14.45 h
Weitere Termine für Gruppen auf Vereinbarung
Eintritt: Normaler Eintrittspreis zuzügl. 1,50 € pro Person
Handwerker an der Arbeit
Vorführung - 10., 11. und 12 Oktober 2008
Zimmerleute, Maurer, Steinmetzen, Schlosser, Schmiede, ….
viele Handwerke waren bei den Arbeiten zur Rekonstruktion
vertreten. Je nach Jahreszeit waren bis zu 220 Menschen damit
beschäftigt, auf der Hohkönigsburg "neues" Leben einziehen
zu lassen.
Während dieser drei Tage sind die Compagnons du devoir auf
der Burg, um ihr sorgfältig recherchiertes und unverzichtbares
Wissen über die Arbeiten an einem derartigen historischen
Denkmal vorzustellen.
Die Besucher sind eingeladen, die verschiedenen Arbeitstechniken
dieser Handwerker des kulturellen Erbes zu entdecken und auszuprobieren.
Auf Französisch, Deutsch und Englisch.
Veranstaltung im Eintrittspreis einbegriffen
Außerhalb der Burg:
Album der Arbeiten
Ausstellung - 14. Mai - 31 Oktober 2008 - Hôtel du Département
(Strasbourg)
Die Fotografie spielte eine wichtige Rolle in der jüngeren
Geschichte der Hohkönigsburg. Sie trug wesentlich zur Bekanntheit
der Ruine bei und nahm einen wichtigen Platz bei den Rekonstruktionsarbeiten
ein. Diese fotografischen Zeugnisse bilden einen bemerkenswerten
dokumentarischen Schatz.
Eine Auswahl dieser Fotografien, die die Burg als Ruine, die
Arbeiten und die Arbeiter zeigen, wird erstmalig in dieser
Art im Foyer des Hôtel du Département in Straßburg ausgestellt,
parallel zur Ausstellung "Betreten der Baustelle erwünscht"
(Traces de chantier) auf der Hohkönigsburg selbst.
Freier Eintritt zu den üblichen Besuchszeiten.
Mehr Informationen über weitere Veranstaltungen gibt
es auf der offiziellen Website der Hohkönigsburg:
www.haut-koenigsbourg.fr/de
Landeskunde online stellt die Burg in Text und Bild vor:
Hohkönigsburg
Zum Thema:
Die Hohkönigsburg und ihre
zwei Geschichten
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