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1/2008

Das neue Distelhäuser Dinkelbier

Eine obergärige Spezialität aus heimischem Urgetreide

Dinkel wird in der Region Tauber-Franken auch "Spelz" oder "Schwabenkorn" genannt und kann dort auf eine 8.000 Jahre alte Tradition verweisen. Die neueste Spezialität der Distelhäuser Brauer basiert auf diesem heimischen Getreide, einer Urform des heutigen Weizens. Pünktlich zum Beginn der Biergarten-Saison wird das Distelhäuser Dinkelbier jetzt nach einer Testphase am Markt eingeführt und ist ab sofort im Ausschank erhältlich.

Schon Hildegard von Bingen, die 1098 im damals biblischen Alter von 81 Jahren starb, wusste Dinkel als das "beste Getreidekorn" zu schätzen. "Wer Dinkel isst, bildet gutes Fleisch", schrieb die Ordensfrau und Heilkundlerin in ihrem Werk zur Naturmedizin. Und: "Dinkel führt zu rechtem Blut, gibt ein aufgelockertes Gemüt und die Gabe des Frohsinns". Ob das wohl der Grund war, dass sich die Distelhäuser Braumeister im letzten Herbst daran machten, das erste Dinkelbier der Region zu brauen?

Fest steht jedenfalls: Es dauerte fast ein dreiviertel Jahr, bis die Brauer aus dem kleinen Dorf mit ihrem Werk zufrieden waren - gute Dinge brauchen halt ihre Zeit. Jetzt kommt die neueste Spezialität aus Distelhausen nach einer Testphase auf den Markt: ein obergäriges Bier, rötlich in der Farbe, kräftig und gehaltvoll im Geschmack - das ideale Brotzeitbier. Über die Rezeptur schweigen die Distelhäuser, Brauergeheimnis… Doch so viel ist zu erfahren: Dank Reinheitsgebot steckt nichts anderes im Bier als heimischer Dinkelmalz, Gersten- und Karamellmalz, Hefe, Aroma- und Bitterhopfen und klares Brauwasser.

Die Rohstoffe für das neue Dinkelbier stammen, wie auch bei allen anderen Distelhäuser Biersorten zu fast 100 Prozent aus einem Umkreis von weniger als 100 Kilometer um das Dorf. Denn Stefan Bauer, Inhaber der Distelhäuser Brauerei, setzt ganz auf die urwüchsige Eigenständigkeit und Qualität von Erzeugnissen aus der näheren Umgebung seines Heimatortes Distelhausen im Taubertal. Der Dinkel für "sein" Bier wächst im "Bauland" um Boxberg heran. Er ist seit mehreren tausend Jahren dort heimisch und wächst als robuste, anspruchslose Pflanze auch auf kargen Böden. Weil Dinkel Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße und Ballaststoffe in idealer Zusammensetzung enthält, ist das Getreide seit den letzten Jahren wieder sehr gefragt.

Als Grundstoff für Bier wird Dinkel geerntet, gedroschen und vom Landwirt an die Mälzerei geliefert, die daraus Dinkelmalz herstellt. Und der hat es durchaus in sich. "Das war eine echte Herausforderung an unsere Braukunst", sagt Braumeister Robert Schlagbauer. Ein Grund: Anders als bei Weizen oder Gerste gibt es keinen speziellen Braudinkel. Alle gängigen Dinkelsorten enthalten aber relativ viel Eiweiß, das in der Fachsprache "Kleber" genannt wird. "Die Masse, die während des Brauvorgangs entsteht, ist relativ zäh und lässt sich daher nicht wie üblich filtrieren", erklärt er. Überschüssige Hefe und Trübstoffe müssen daher über eine Zentrifuge ausgesondert werden. Auch die Farbe des neuen Bieres forderte das ganze Können der Distelhäuser Brauer. Das Dinkelbier sollte nach ihrer Vorstellung ähnlich rötlich-braun leuchten wie reife Dinkelähren. Das gelang schließlich durch den Einsatz verschiedener Malze und ganz bestimmt nicht durch den Einsatz von Farbstoffen.

Die Mühe hat sich gelohnt. Das Dinkel-Bier aus Distelhausen hat bereits in der Testphase beim European Beer Star Award 2007 eine Silber-Medaille errungen. Für diesen Wettbewerb sind besonders authentische Biere gesucht, die die jeweiligen Sortenkriterien am meisten erfüllen, sowie geschmacklich und von der Qualität her am meisten überzeugen.

Distelhäuser Dinkelbier in Kürze:
Obergärige Bierspezialität mit natürlicher Hefetrübung
Stammwürze: 14,2 %, Alkoholgehalt: 5,8 vol %$Brennwert 550 Kilokalorien pro Liter
Verwendete Rohstoffe: Brauwasser, Dinkelmalz, Gerstenmalz, Karamellmalz, Aroma- und Bitterhopfen, Hefe.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Distelhäuser Brauerei Ernst Bauer GmbH & Co KG
Frank Störzbach
Grünsfelder Str. 3
97941 TBB-Distelhausen

 
Bild: Bruchsal, Barockresidenz
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