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Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg
2010
Die Retter gebauter Geschichte werden
geehrt
Die Erhaltung von Baudenkmalen lohnt sich! Diese Botschaft
geht von der Verleihung des Denkmalschutzpreises Baden-Württemberg
aus, den der Schwäbische Heimatbund und der Landesverein
Badische Heimat alle zwei Jahre vergeben. Ausgezeichnet wurden
fünf Eigentümer beispielhaft restaurierter Baudenkmale
aus ganz Baden-Württemberg. Auch die beteiligten Architekten
und Restauratoren erhielten eine Anerkennung bei einer Festveranstaltung
in Friedrichshafen.
„Unsere Denkmallandschaft ist ein unglaublich facettenreicher
Schatz, den es zu bewahren und zu erhalten gilt“, sagte
Fritz-Eberhard Griesinger, Vorsitzender des Schwäbischen
Heimatbunds, in seiner Begrüßung der rund 140
Gäste in Friedrichshafen am 15.März. Die von einer fachkundigen
Jury unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident
Stefan Mappus preisgekrönten Objekte geben ihm Recht:
Ein ursprünglich vom Abbruch bedrohter Sitz des hohenlohischen
Landadels, ein traditioneller Schwarzwaldbauernhof, eine
zum Wohnhaus umgebaute Tabakscheune, der ehemalige Hauptbau
der Mundharmonikafabrik Hohner in Trossingen und eine futuristische
Villa aus den 1960er Jahren am Ufer des Bodensees repräsentieren
nicht nur mehr als 400 Jahre Bau- und Architekturgeschichte
sondern auch die kulturelle Vielfalt der Landschaften und
der wirtschaftlichen Entwicklung in Baden-Württemberg.
Jedes der so unterschiedlichen Gebäude wurde von seinen
Eigentümern sowie den beauftragten Architekten und Handwerkern
in jahrelanger Arbeit mit viel Liebe und Sachverstand für
eine zeitgemäße Nutzung saniert, ohne seinen ursprünglichen
Charakter zu beschädigen. Gleich drei Gebäude stammen
aus dem 20. Jahrhundert. Für die Jury unter dem Vorsitz
von Dr. Gerhard Kabierske, wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Südwestdeutschen Archiv für Architektur und
Ingenieurbau in Karlsruhe, ist dies ein deutliches Zeichen,
dass auch vermeintlich junge Bauwerke immer stärker
der fachgerechten Sanierung und denkmalpflegerischen Fürsorge
bedürfen. Als Dank erhält jeder Preisträger
ein Preisgeld von 5.000 Euro, das von der Wüstenrot
Stiftung, dem Förderer des Preises, zur Verfügung
gestellt wird, sowie Urkunden und eine Bronzetafel zum Anbringen
am Gebäude.
Nachahmung ausdrücklich erwünscht
Anlässlich der Preisverleihung würdigte Wirtschaftsminister Ernst
Pfister (MdL) die Leistungen der Preisträger: „Das außergewöhnliche
Engagement und die Vielfalt der Ergebnisse sind besonders gelungene Beispiele
für einen vorbildlichen Umgang mit Kulturdenkmalen im Land“. Pfister
wies zudem auf die Leistungen der öffentlichen Hand in der Denkmalpflege
hin. Das Wirtschaftsministerium habe allein im Jahr 2010 mehr als 14 Millionen
Euro für die Erhaltung, Sanierung und Nutzung von Kulturdenkmalen zur
Verfügung gestellt. Für den städtebaulichen Denkmalschutz seien
weitere 4,5 Millionen an Landes- und Bundesmitteln hinzu gekommen. "Dies
spricht für die effektive Förderpolitik in unserem Land und zeigt
die Wertschätzung für die Denkmalpflege und den Denkmalschutz",
so der Minister. "Der Schwäbische Heimatbund und der Landesverein
Badische Heimat haben sich als kompetente Partner in der Denkmalpflege in Baden-Württemberg
seit langem sehr verdient gemacht", sagte Ministerialdirektor Dr. Hans
Freudenberg in Friedrichshafen.
Dass das Engagement der Preisträger
ausstrahlt auf weitere Eigentümer
historischer Bauten im Land und solche die es werden wollen, wünscht
sich Sven von Ungern-Sternberg: „In Zeiten knapper öffentlicher
Kassen brauchen wir mehr Menschen, die in einem alten Gebäude keine
Last sondern eine bereichernde Aufgabe und ein wichtiges Zeugnis der regionalen
Geschichte
sehen“, sagte der Präsident des Landesvereins Badische Heimat.
Mehr als 60 Bewerbungen für den alle zwei Jahre ausgelobten Denkmalschutzpreis
Baden-Württemberg seien zwar ein gutes Zeichen, angesichts der vielen
hundert erhaltenswürdiger Gebäude im Land sei Nachahmung ausdrücklich
willkommen, so von Ungern-Sternberg.
Die Preisträger:
© Texte: Schwäbischer
Heimatbund 2011 |