Landesverein Badische Heimat e.V.

Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg
Preisträger 2005

"Goldene Krone" in St. Märgen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald)

Einst Klosterherberge, dann Kurhaus und später Hotel-Pension - die Geschichte der "Goldenen Krone" in St. Märgen ist eng verbunden mit der touristischen Entwicklung des Schwarzwaldes. 1757 entschloss sich Abt Peter Glunk, zur Verpflegung und Versorgung der zahlreichen Wallfahrer eine Kloster-Gastwirtschaft zu bauen. Im großzügig gebauten "Neuen Haus" wohnten auch Menschen, die beim Kloster arbeiteten. Daneben logierten in der viel besuchten Herberge des Klosters weltliche und geistliche Besucher. Der Aufenthalt hochgestellter Herrschaften im Jahr 1860 markiert denn auch den Beginn des Tourismus im Schwarzwald und den Wandel von der Klosterherberge und Pilgerheim zum Gasthof und späteren Grandhotel. Das heutige, wieder hergestellte, Erscheinungsbild geht auf eine Erweiterung und die neue Einrichtung von 1902 zurück. Reich verzierte Erker und Dachaufbauten, glasierte Ziegel und eine prunkvolle Fassade mit Zierfachwerk und verspielten Fenstereinfassungen repräsentieren den Stil der Jahrhundertwende. Die "Goldene Krone" wurde zum führenden Grandhotel des Schwarzwaldes mit damals luxuriösen Bädern, prachtvollem Lesezimmer und einem eleganten Jugendstilsaal. Die berühmten Philosophen Martin Heidegger und Edmund Husserl und seine Schülerin Edith Stein waren häufige und gern gesehene Gäste. Aber auch Karl May und Konrad Adenauer finden sich in den Gästebüchern. Der Niedergang begann in den 1960er Jahren. Fehlende Investitionen und billige Umbauten verschandelten das Haus. Als das Hotel dann letztendlich über mehrere Jahre leer stand, schien der Verfall unaufhaltsam. Doch der neu gegründete Förderkreis Lebendiges Dorf kaufte 2003 das Haus. Elf Privatpersonen schlossen sich zur "Goldenen Krone GbR" zusammen und setzten sich für die Rettung des wertvollen Baudenkmals ein. Mit hohem ehrenamtlichem Engagement ist es gelungen, das traditionsträchtige Haus wieder zu beleben. Im Erdgeschoss ist heute wieder ein Café eingerichtet und der Jugendstilsaal ist für Veranstaltungen aller Art instand gesetzt. In den Obergeschossen sind in die historischen Raumfolgen mehrere Wohnungen eingebaut.
 

Bild: Karlsruhe, Großherzogliches Residenzschloss
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