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Der Streit um den Hortus Palatinus
Hortus Palatinus: Erneuerung ohne
Rekonstruktion
Die Arbeit der Bürgerinitiative und des Vereins Badische
Heimat
In Heidelberg
hatte sich eine Initiative aus Personen des Geschäftslebens
gegründet, die das Ziel verfolgten, mittels einer Stiftung
den alten "Hortus Palatinus" des frühen 17. Jahrhunderts am
Heidelberger Schloss zu rekonstruieren. Dagegen bildete sich
eine Bürgerinitiative, die den derzeitigen Zustand im Grundsatz
erhalten wollte, aber gleichwohl für notwendige infrastrukturelle
Verbesserungen eintritt. Auch der Landesverein Badische Heimat,
zu dessen satzungsgemäßen Zielen die Belange des Denkmalschutzes
gehören, schaltete sich ein. Beide wendeten sich entschieden
gegen das Projekt der Rekonstruktion des Hortus Palatinus.
Es sei durch und durch unsinnig, stelle eine unverantwortliche
Geschichtsklitterung dar, habe mit Denkmalpflege nichts zu
tun und baue eine Kulisse auf, die als Rekonstruktion eines
vorgeblichen historischen Zustands ausgegeben werde, aber
marktwirtschaftlichen Gesetzen gehorche. Hier werde Geschichte
korrigiert, werde geschichtliche Entwicklung negiert. Hier
werde mit dem romantischen Ensemble von Schlossruine und englischem
Garten die eigentliche Bedeutung des Heidelberger Schlossgartens
unwiederbringlich zerstört, da eine so künstliche Gartenlandschaft
nicht zum ruinenhaft-romantischen Charakter des Schlosses
passe. In zahlreichen öffentlichen Stellungnahmen formulierten
Bürgerinitiative und Badische Heimat ihre Position, die zunächst
auf eine Verhinderung der geplanten Totalrekonstruktion zielte.
Erfolge waren zunächst insofern zu verzeichnen, als die beteiligten
Initiatoren zu einer teilweisen Rücknahme ihrer Pläne gezwungen
wurden und die staatlichen Stellen sich veranlasst sahen,
ihre Position zu rechtfertigen. Ebenso gelang es, im Zusammenwirken
mit überregionalen Medien die Öffentlichkeit zu mobilisieren.
Die Heidelberger Lokalpresse verhielt sich dagegen systemkonform
und bejubelte die Initiative der Stifter. Nachdem die Heidelberger
Presse wiederholt eine Stellungnahme des baden-württembergischen
Landesamts für Denkmalpflege angemahnt hatte, verwies die
Badische Heimat in einer nicht veröffentlichten Leserzuschrift
darauf, dass diese längst bekannt sei. Daraufhin recherchierte
die Zeitung selbst, ruderte von Stund an zurück und stellte
anhand der - längst bekannten - Meinung der Denkmalpflege
öffentlich das Projekt in Frage. In der weiteren Arbeit beschränkten
sich Bürgerinitiative und Badische Heimat nicht mehr auf eine
bloße Verhinderung der Rekonstruktion, sondern legten eigene
Pläne zu einer grundlegenden Neugestaltung vor, die sowohl
die Interessen der Bürgerschaft an einer Erhaltung des Natur-
und Bürgergartens als auch die Interessen der Denkmalpflege
an einer Visualisierung der verschiedenen historischen Schichten
berücksichtigt. Der "Plan B" vereinigt in sich historische
Zitate mit konsequent moderner Architektur.
Ausführlich finden Sie die Auseinandersetzung in
Landeskunde
online dokumentiert
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