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4/2015

"Zwischen den Jahren"

"Zwischen den Jahren" ist immer wieder eine beliebte Redewendung, um die Zeit zwischen Weihnachten und dem Tag der Heiligen Drei Könige zu benennen.

Woher kommt sie? Es gibt zwei Begründungen dafür:

Die eine ist die Datumsverschiebung vom Julianischen Kalender zum Gregorianischen Kalender, die in Deutschland nicht überall gleichzeitig vollzogen wurde. Wenn der julianische Kalender heute noch gelten würde, würde er 13 Tage hinter der tatsächlichen Zeit zurückhinken. Wenn also die einen schon Heiligabend feierten, war für die anderen erst der 11. Dezember. Und wenn die dann Heiligabend feierten, waren die anderen schon beim 6. Januar. Hätte es also zu der Zeit, als der alte Kalender noch galt, schon Silvesterfeuerwerk gegeben, hätte es im einen Dorf schon geknallt, während im anderen noch Adventlieder gesungen wurden.

Praktisch hat man sich in dieser Zeit der Doppelzählung tatsächlich damit beholfen, alle Daten zweimal anzugeben: Man traf sich also am 10./23. Dezember.

Eingeführt wurde der neue, nach Papst Gregor XIII. "gregorianisch" benannte Kalender in den Ländern der katholischen Fürsten in Deutschland und Europa 1582, in den Ländern der evangelischen Fürsten 1700. Die letzten Gemeinden im Kanton Graubünden zählten ab 1812, Griechenland ab 1922 danach.

Der andere Grund liegt in der unterschiedlichen Zählung des Neujahrsfestes. Da die Jahre nach Christi Geburt gezählt wurden, lag es nahe, auch das neue Jahr an Weihnachten beginnen zu lassen. Die Kaiserkrönung Karls des Großen in Rom wird daher von den Chronisten zum Weihnachtstag 801 berichtet, denn auf den 24. Dezember 800 folgte der 25. Dezember 801, und folgerichtig auf den 31. Dezember 801 der 1. Januar 801. Andere Neujahrstage lagen auf Ostern, auf Mariä Verkündigung (25. März) oder auf dem 25. September.

Gleichzeitig mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders wurde daher der Neujahrstag auf den 1. Januar festgelegt - was die Länder Europas auch nicht alle gleichzeitig übernahmen. Die Verwirrung war also komplett. Der Wikipedia-Autor des Artikels über den Gregorianischen Kalender weiß, dass auf den 10. Februar 1750 der 21. Februar 1751 folgte, wenn Datum und Jahrszählung gleichzeitig umgestellt wurde.

Diese Verwirrung aufzulösen ist übrigens Aufgabe der Chronologie als historische Hilfswissenschaft. Sie hat dazu inzwischen Tabellen und Berechnungshilfen zur Verfügung.

Bild: St. Peter im Schwarzwald
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