Landesverein Badische Heimat e.V.

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4/2015

Enormes Interesse an illustriertem Glossar für Fachbegriffe der Konservierung/Restaurierung

Das im Zuge eines EU-Projektes unter Koordination der HAWK entwickelte elfsprachige Glossar für Fachbegriffe der Konservierung/Restaurierung von Wandmalerei/Architekturoberfläche stößt weltweit auf sehr großes Interesse. Bereits innerhalb weniger Stunden nach der Freischaltung des PDFs stieg der Zugriff auf die Projektwebsite ( www.ewaglos.eu), von der das Download möglich ist. Gleichzeitig stieg die Aktivität auf der EwaGlos Facebook-Seite deutlich an: Die Ankündigung in Englisch wurde 93-mal weiterverbreitet, die wiederum von 7.357 Personen gesehen und 682-mal geliked wurde mit einer Gesamtzahl von 344 Kommentaren und Weiterverbreitungen.

Zusätzlich wurde die Ankündigung sehr schnell in verschiedene EU Sprachen wie Spanisch, Kroatisch oder Rumänisch übersetzt und diese Übersetzungen wieder über verschiede soziale Netzwerke weiterverbreitet.

Dabei war der Erfolg keineswegs abzusehen, denn zunächst schien das Projekt sehr gewagt: ein von der EU mitfinanziertes Projekt mit teilweise unbekannten Partnern und dem ehrgeizigen Ziel, in der nur zweijährigen Laufzeit ein Buch mit gemeinsam erarbeiteten Definitionen in elf Sprachen zu publizieren. Aber es gelang, und das Konsortium aus sieben wissenschaftlichen Institutionen, vorwiegend Hochschulen unter der Koordination des Hornemann Instituts der HAWK, unterstützt von vielen weiteren Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen publizierten ein illustriertes Glossar zu Konservierungsbegriffen der Wandmalerei/Architekturoberfläche: Prägnante Texte und demonstrative Abbildungen sollen die rund 200 Begriffe zweifelsfrei erläutern. Fachleute aus 109 Ländern können EwaGlos nutzen.

„Das Problem ist“, so die Projektleiterin Dr. Angela Weyer vom Hornemann Institut, „dass sich in diesem jungen akademischen Fach selbst die Restauratorinnen und Restauratoren in Deutschland über einige Begriffe, wie z.B. Sinopie, nicht einig sind. Wenn man sich dann noch die verschiedenen Lerntraditionen in Europa vor Augen führt, verbunden mit regional unterschiedlichen künstlerischen Techniken und der verschiedenartigen Verwendung ausländischer Begriffe in einigen Sprachen, kann man sich die Schwierigkeiten wohl gut vorstellen. Der common sense über die Sinnhaftigkeit des Projekts führte uns zum Ziel, nicht das Geld der EU.“ Sie und ihre Mitstreiterinnen im Institut (Sophie Haake, Barbara Hentschel) und an der Fakultät Bauen und Erhalten (Dr. Ursula Schädler-Saub, Dr. Nicole-Riedl-Siedow, Anneli Ellesat) freuen sich sehr, dass es nun gelang, und die Stimmung trotz fachlicher Meinungsverschiedenheiten und einem extremem Arbeitsaufwand so gut ist, dass man eine zweite verbesserte Edition und weitere Aktivitäten plant.

Überraschungen hielt die vermeintlich einfache Bebilderung der Seiten bereit: In den auf die Dokumentation von Arbeitsabläufen und Befunden spezialisierten Archiven der Partner fanden sich selten eindeutige Bildbeispiele. Außerdem überwog der Wunsch, mit den ausgewählten Fotos auch die europäische Kultur in ihrer Verschiedenartigkeit über die Jahrhunderte abzubilden. Zudem mussten technische und rechtliche Aspekte bei der Auswahl beachtet werden. „Die Suche nach der geeignetsten Darstellung wurde so zu einem zweiten Diskussionsfeld mit eigener Dynamik“, ergänzte die für die Bildredaktion zuständige Restauratorin Barbara Hentschel.

Ende Oktober erschien das Glossar als 450 Seiten starkes Buch:
EwaGlos - European Illustrated Glossary of Conservation Terms for Wall Paintings and Architectural Surfaces,
English definitions with translations into Bulgarian, Croatian, French, German, Hungarian, Italian, Polish, Romanian, Spanish and Turkish, hg. von Angela Weyer, Pilar Roig Picazo, Daniel Pop, JoAnn Cassar, Aysun Özköse, Jean-Marc Vallet and Ivan Srša, Petersberg 2015 (= Schriften des Hornemann Instituts 17)
ISBN: 978-3-7319-0260-7
http://dx.doi.org/ 10.5165/hawk-hhg/233 (ca. 99 MB); http://dx.doi.org/10.5165/hawk-hhg/234 (ca. 48 MB)

Das Buch unterstreicht die wichtige Rolle, die professionell auf internationaler Ebene entwickelte mehrsprachige Vokabularien für Erhaltungskampagnen und den Meinungsaustausch unter Experten spielen. Neben dem Glossar selbst finden sich im Buch mehrere Vorworte, die die Bedeutung für die Fachwelt hervorheben sowie eine Einführung der Projektkoordinatorin über das methodische Vorgehen im Projekt. Bei der Nutzung helfen Indexe in allen elf Sprachen. Das Buch schließt mit einer umfangreichen Bibliographie für dieses Spezialgebiet.

Wie wichtig die europäische Diskussion über die Terminologie der Konservierung/Restaurierung in Europa ist, zeigt der ansteigende Bedarf: Denn die Mobilität von Restaurator/inn/en in Europa und die Zahl europaweiter Ausschreibungen steigen stetig an. Gerade die Restaurierung von Wandmalerei/Architekturoberfläche wird oft in großen Maßnahmen mit vielen Beteiligten durchgeführt. Die teilweise nicht eindeutigen Definitionen führen zu Verständigungsschwierigkeiten und Missverständnissen.

Zu den wichtigsten Aktivitäten während der 24-monatigen Laufzeit gehörten
• die Terminologie unter den europäischen Spezialisten auf Englisch zu klären,
• sie in zehn weitere Sprachen zu übersetzen,
• mit Bildern und Infografiken zu veranschaulichen und
• als nutzerfreundliches Buch zu veröffentlichen.

Sabine zu Klampen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

Bild: St. Peter im Schwarzwald
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