Landesverein Badische Heimat e.V.

Badische Heimat - das Online-Magazin

2/2015

Denkmalreise 2015

Mit dem Staatssekretär im Wirtschafts- und Finanzministerium Peter Hofelich zu herausragenden Objekten der Denkmalpflege im Land

Regierungsbezirk Stuttgart | Tübingen | Freiburg | Karlsruhe

Alte Burg. 88515 Laneenenslingen (Kreis Biberach)

Seit September 2014 wird die etwa 2 Hektar große Höhensiedlung „Alte Burg" oberhalb von Langenenslingen archäologisch untersucht im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten, auf zwölf Jahre Laufzeit konzipierten Langfristprojektes. Zwei Vorwälle, ein tiefer Graben und ein mächtiger Abschnittswall riegeln heute das zungenförmige Plateau gegen das Hinterland ab. Auf etwa halber Höhe der steilen Hänge zieht auf beiden Längsseiten jeweils eine Terrasse entlang. Talwärts wird der Bergrücken zudem von einem Hanggraben mit Außenwall umschlossen.

2006 - 2007 wurde ein Schacht mit Menschenknochen auf der Hochfläche freigelegt, die naturwissenschaftlich in die Zeit zwischen dem 4. und dem Beginn des 2. Jh. v. Chr. eingeordnet werden können. Die Masse der bekannten Funde datiert jedoch vom Ende des 7. bis zur Mitte des 6. Jh. v. Chr. In 2014 wurde der Abschnittswall randlich im Bereich des heutigen Aufganges archäologisch untersucht. Dabei kamen überraschenderweise bis zu 4,2 m hohe, aus Kalksteinen gesetzte senkrechte Trockenmauern zum Vorschein, die naturwissenschaftlichen Untersuchungen an geborgenen Tierknochen zufolge in die frühkeltische Zeit datieren.

Bei den laufenden Ausgrabungen werden gerade monumentale Mauern freigelegt, die nördlich der Alpen vollkommen singulär sind. Es handelt sich um die älteste Steinmauerarchitektur nördlich der Alpen. Aufgrund der sehr guten, wahrscheinlich über 6 m hohen Erhaltung der Mauern kann die Alte Burg als „ältesten Baudenkmal Süddeutschlands" bezeichnet werden.

Öchslebahn. 88447 Warthausen (Kreis Biberach)

Das Schmalspurbahnsystem in Württemberg ist als Sachgesamtheit ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. 1964 fuhr der letzte reguläre Personenzug zwischen Biberach und Ochsenhausen.

Die 2001 gegründete Öchsle Bahn Betriebs-GmbH führt noch heute den Fährbetrieb durch. An der sog. Öchslebahn kann das 750mm Schmalspursystem durch den Fährbetrieb noch am besten nachvollzogen werden. Die Lokomotive 99 633 der Öchslebahn wurde um 1900 von der Maschinenfabrik Esslingen für die Schmalspurbahn (Biberach)-Warthausen-Ochsenhausen der Königlich Württembergischen Staatsbahn gebaut.

Seit einigen Jahren wird diese Originaldampflok unter Betreuung der Landesdenkmalpflege und unter beachtlichem Engagement des Vereins zur Erhaltung der Dampflokomotive restauriert.

Das Denkmal ist im Wesentlichen durch Fahrbetrieb erhaltungsfähig. Dazu war die Restaurierung der Lokomotive notwendig, die jetzt abgeschlossen ist. Seit Frühjahr 2015 ist die Lok wieder im Einsatz.

Baumwollspinnerei (ERBA), 88239 Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg)

Textilfabrik aus der Zeit zwischen 1861 und 1913, mit Hochkanal, Wasserkraftwerk, Gebäuden der Alten Spinnerei (1863) und der Neuen Spinnerei (1901, 1908), Transformatorenhaus, Kesselhaus, Werkstattgebäuden, Wohnbauten und sozialen Einrichtungen. Die Sachgesamtheit Baumwollspinnerei Wangen ist in einem vergleichsweise hohen Grad an Integrität und Originalität bis heute überliefert. Die Gründung der Fabrik um 1860 durch Schaffhausener Fabrikanten war auf lange Sicht ein wichtiger Entwicklungsschritt für die Stadt Wangen. Die Baumwollspinnerei gehörte zu den im süddeutschen Raum damals häufig anzutreffenden Schweizer Unternehmen, die von den günstigen Verhältnissen im deutschen Zollvereinsgebiet profitierten. Die Gebäude der Firma stammen zum Teil noch aus den Anfangsjahrzehnten der württembergi- schen Textilindustrie und veranschaulichen bis heute die Arbeits- und Lebensbedingungen von Industriearbeitern zu jener Zeit.

Sog. Amtshof. 88085 Langenargen (Bodenseekreis)

Das Gebäude Obere Seestr. 43 liegt am östlichen Ende des sog. "Oberdorfs" von Langenargen. Durch seine Stattlichkeit und Größe gibt es sich als Herrschaftsgebäude des ausgehenden 16. Jahrhunderts zu erkennen. In seiner ursprünglichen Funktion als Wirtschaftsteil des ehemaligen Herrschafts- und Amtshofes der Grafschaft Montfort besitzt es eine herausragende heimatgeschichtliche Bedeutung. Zusammen mit dem eigentlichen Amtshaus (Obere Seestraße 39) bildet es eine intakte Baugruppe. Die Reisestation stellt ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung dar.
Das Gebäude wurde zum Hotel umgebaut (Obergeschoss und Dachgeschoss), wobei die Verwendung traditioneller, natürlicher Baustoffe und der Einsatz erneuerbarer Energien besondere Beachtung fanden.

Die energetische Verbesserungsstrategie wurde maßgeblich durch den Einsatz erneuerbarer Energien bestimmt (z. B. Wärmepumpe, Wanddämmung mit Flächenheizung, Einsatz von Solarenergie über Photovoltaikanlage). Die Anwendung innovativer Technik in Kombination mit traditionellen Baustoffen prägt das Gesamtkonzept. So stellt diese Reisestation ein gutes Beispiel dar für das gelungene Zusammenführen von Denkmalschutz und dem Einsatz erneuerbarer Energien.

Ehemaliges Weinbauernhaus ("Rebleutehaus") 78354 Sipplingen (Bodenseekreis)

Bei dem Gebäude Eckteil 24 in Sipplingen handelt es sich um ein ehemaliges Weingärtnerhaus. Das zweigeschossige Gebäude wurde über massivem Sockel in Fachwerk errichtet. Sein nördliches Drittel stammt von 1680, seine südlichen zwei Drittel von 1690. Es handelt sich um ein Kulturdenkmal aus heimatgeschichtlichen und wissenschaftlichen Gründen, das wichtig ist für die Geschichte ländlicher Bauten und über dokumentarischen und exemplarischen Wert verfügt.

Basistexte: Landesamt für Denkmalpflege

Bild: St. Peter im Schwarzwald
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