Landesverein Badische Heimat e.V.

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3/2014
Denkmalreise 2014 Nordbaden

Alljährlich unternimmt der Staatsekretär im Wirtschaftsministerium zum Tag des Offenen Denkmals eine Reise zu herausragenden Objekten der Denkmalpflege im Land. In diesem Jahr lud Staatssekretär Ingo Rust MdL in Nordbaden nach Tiefenbronn, Mühlacker-Lienzingen, Pforzheim, Karlsruhe-Neureut, Rastatt und Baden-Baden ein. Die Badische Heimat, zu deren satzungsgemäßen Zielen die Arbeit im Denkmalschutz gehört, war auch dieses Jahr wieder dabei.

Tiefenbronn, katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena

Die spätgotische katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung nach § 28 Denkmalschutzgesetz und zeichnet sich vor allem durch ihre hochbedeutende Ausstattung aus. Zu ihrer Ausstattung gehören u. a. der Magdalenen-Altar von Lucas Moser (1431), der Hochaltar von Hans Schüchlin (1469) und den Kreuzalter (1524), aber auch bedeutende Skulpturen, Epitaphien, Malereien, Möbel, Vasa sacra (u.a. Monstranz von Jörg Seid), liturgische Gewänder und bauliche Ausstattungsstücke (z. B. historische Türen).

 

 

Mühlacker-Lienzingen. Gesamtanlage

2012 wurde die Gesamtanlage „Etterdorf Lienzingen" ausgewiesen (§ 19 Denkmalschutzgesetz). Darin befindet sich eine Vielzahl denkmalgeschützter Objekte, darunter die Wehrkirche.

Der Ort besitzt eine weitgehend erhaltene Ortsumgrenzung mit Gräben und Etterwegen. Außergewöhnlich hoch ist die Anzahl der noch aus der Zeit vor 1600 stammenden Anwesen, die oft in ihrem hohen Sockelgeschoß einen durch Rundbogen-Kellertore erschlossenen Gewölbekeller besitzen und ein lebhaftes Straßenbild durch ihr Zierfachwerk mit den zahlreichen Vorstößen erzeugen. Beherrscht wird das Ortsbild von dem gedrungenen Turm der St. Peters-Kirche, die erstmals 1186 belegt ist. Sie steht innerhalb einer nach 1692 teilweise wieder aufgebauten Kirchburganlage

Pforzheim, evangelische Altstadtkirche

Die Benennung der Pfarrkirche nach dem fränkischen Bischof St. Martin von Tours in einer im Jahr 1385 ausgestellten Urkunde weist auf die Entstehung in fränkisch- karolingischer Zeit hin. Die heutigen Gebäudeteile stammen aus jüngeren Epochen. Nach Kriegsschäden im Jahr 1945 wurde die Kirche 1949 -1953 wiederhergestellt, der Turm bei dieser Gelegenheit mit neuer Helmpyramide umgestaltet und der heutige Sakristeianbau auf der Südseite hinzugefügt. Das Türbogenfeld (Tympanon) des ehemaligen Westportals, heute in der Turmhalle, ist ein kostbarer Rest der romanischen Basilika.

Karlsruhe - Neureut, vorgeschichtliches Gräberfeld in der Flur "Heidelburg" , geophysikalische Prospektion

Es handelt sich um eines der größten vorgeschichtlichen Gräberfelder der Region mit bemerkenswerter topographischer Lage im Bereich eines alten Rheinlaufes. Bei archäologischen Grabungen wurden auch zahlreiche Gräber dokumentiert. Die gefundenen Beigaben, Ringschmuck und Trachtbestandteile aus Bronze datieren die Gräber in die sogenannte späte Hallstatt- und frühe Latenezeit, etwa das 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. Es kamen bei den Grabungen aber auch Bestattungen aus römischer Zeit, dem 2. und 3. Jh. nach Chr., zum Vorschein.

Das Gelände wurde mittlerweile aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen. Die Bewirtschaftung als Grünland sichert die Erhaltung der archäologischen Denkmale im Untergrund.

Rastatt, ehem. Joffre - Kaserne

Die Kaserne ist Kulturdenkmal nach § 2 Denkmalschutzgesetz. An der Kaserne lässt sich die Militärgeschichte von den Zeiten der Bundesfestung bis in die Nachkriegszeit noch gut ablesen. Insoweit stellt diese Reisestation auch einen Bezug dazu her, dass sich in 2014 der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum einhundertsten Mal jährt.
Gleichzeitig stellt sich die Frage nach der Umnutzung derartiger Anlagen. Das Objekt, welches eine der größten Konversionsmaßnahmen im Regierungsbezirk darstellt, steht insbesondere für die Rückführung der ehem. militärischen Areale in das bürgerliche Stadtgefüge.

Baden-Baden, Wasserkunst "Das Paradies"

Die Wasserkunst "Das Paradies" entstand 1927 nach Plänen des Bildhauers Max Laeuger. Sie bildet eine sich über mehrere Straßen des Annabergs erstreckende zusammenhängende Garten- und Kaskadenanlage aus Kunststein. Es handelt sich um die einzige Wasserkunstanlage ihrer Art aus den 1920er Jahren in Deutschland und ist das einzige Objekt, bei dem der Bildhauer Laeuger als Architekt tätig war.

Bild: Surbourg, Dept. Bas-Rhin
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