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2/2013

Ketterwald in Löffelstelzen bietet Ein- und Ausblicke

(lkmt) Millionen Deutsche nutzen gesunde Wälder als Erholungs- und Freizeitorte. Die Arbeit von Forstleuten und Waldbesitzern bleibt jedoch beim Wandern, Joggen oder Nordic Walking meist im Verborgenen. Neue Einblicke schafft jetzt eine ungewöhnliche deutschlandweite Aktion, an der sich auch das Forstamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreises beteiligt.

Der Ketterwald bei Bad Mergentheim sorgt seit Anfang August sprichwörtlich für mehr Durchblick der Waldbesucher. „Mit Hilfe von ‚Bilderrahmen‘ greifen wir die Waldeindrücke der Besucher auf, laden zum Verweilen ein und lenken ihren Blick gezielt auf unsere nachhaltige Arbeit“, sagt Forstdirektor Jürgen Weihmann vom Kreisforstamt in Tauberbischofsheim.

Mit ihrer Ortskenntnis und dem wortwörtlichem Augenmaß haben die Forstleute mit Unterstützung der Forstwirte an Wald- und Wanderwegen auffällige Rahmen errichtet. Der Blick durch den Rahmen zeigt immer wieder neue Besonderheiten. Revierleiter Klemens Aubele formuliert es so: „Das, was die Ausflügler sehen, ist ein Ausschnitt aus dem Spektrum unserer nachhaltigen Forstwirtschaft, der wir auch hier in Baden-Württemberg verpflichtet sind.“

Perspektiven der Nachhaltigkeit

Die Naturrahmen fassen somit kein gemaltes Bild oder Plakat ein, sondern lenken den Blick des Betrachters auf Wald-Szenen, die ansonsten vielleicht nur Experten auffallen würden. Hier erkennt er beispielsweise eine historische Rückegasse, einen ökologisch wertvollen Tümpel oder einen uralten Baumriesen. Die dazugehörigen Infotafeln erklären, was auf dem Bildausschnitt zu sehen. Forstamtsleiter Jürgen Weihmann: „Viele denken ja, dass alle Leute, die im Wald arbeiten, nur dazu da sind, Bäume zu fällen und das Holz aus dem Wald zu bringen. Aber das ist viel zu einseitig. Wir Forstleute sorgen generationenübergreifend für die Vitalität, die Artenvielfalt und damit für die Erhaltung und die Zukunftsfähigkeit unserer Wälder.“

Wie zum Beweis lenken die Bilderrahmen den Blick auf Wiederaufforstungen mit standortgerechten und unterschiedlichen Baumarten, auf hochwertiges Saatgut in Baumkronen, auf so genannte „Zukunftsbäume“, deren Wachstum noch jahrzehntelang gefördert werden wird, oder auf ausgesuchtes „Totholz“, also abgestorbene Bäume, die unzähligen Organismen als Lebensraum dienen.

Im Ketterwald in Löffelstelzen (nahe beim Sendemast) sind mehrere Bilderrahmen zum Thema „300 Jahre Nachhaltigkeit“ aufgestellt. Die Rahmen wurden aus einfachen Waldmaterialien gefertigt und an Pfählen montiert.
Im Ketterwald in Löffelstelzen (nahe beim Sendemast) sind mehrere Bilderrahmen zum Thema „300 Jahre Nachhaltigkeit“ aufgestellt. Die Rahmen wurden aus einfachen Waldmaterialien gefertigt und an Pfählen montiert. Die Infotafel Wiederaufforstung gibt Auskunft über Regeln, die bei der Wiederaufforstung zu berücksichtigen sind. Im Bild Revierleiter Klemens Auberle, der u.a. für den Ketterwald zuständig ist. Bild: Landkreis Main-Tauber

Jubiläumsjahr „300 Jahre Nachhaltigkeit“

Den Anstoß zu dieser wohl größten Galerie Deutschlands liefert ein bemerkenswertes Jubiläum: Die Konzeption einer nachhaltigen Forstwirtschaft, die von den Bilderrahmen in Szene gesetzt wird, nahm ihren Anfang vor genau 300 Jahren. Die Geburtsstunde fällt auf den Tag der Herausgabe der „Sylvicultura oeconomica“ von Hans Carl von Carlowitz. Der sächsische Oberberghauptmann schrieb 1713 das erste grundlegende Lehrbuch für eine geregelte Forstwirtschaft und führte den Begriff Nachhaltigkeit („nachhaltende Nutzung“) in die fachliche Diskussion und in die spätere forstliche Praxis ein. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Aktivitäten und Feiern begeht die Forstwirtschaft in Deutschland diesen runden Geburtstag. Auch in Löffelstelzen wird er unter dem Slogan „Sie finden Nachhaltigkeit modern? Wir auch – seit 300 Jahren“ ganzjährig gefeiert

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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