Gemeinden
gründen Landschaftserhaltungsverband als weiteres Projekt
aus Gesamtstrategie Ländlicher Raum
(lok) Um den ländlichen Raum
im Ortenaukreis weiter voranzubringen, haben neun Städte
und Gemeinden sowie der BLHV Ortenaukreis, der BUND – Umweltzentrum
und die Jägervereinigung Offenburg e.V. einen
Landschaftserhaltungsverband Ortenaukreis e.V. gegründet.
Vertreter der neun Gemeinden sowie weitere Interessierte
kamen am 20. Dezember 2010 im Rathaus in Biberach zu einer
Gründungsversammlung
zusammen und unterzeichneten gemeinsam die Satzung des Vereins.
Die Gründung ist ein weiteres Projekt aus der von Landrat
Frank Scherer initiierten Gesamtstrategie Ländlicher
Raum, die der Kreistag im März beschlossen hat. Der
Verband, dessen Vorstand paritätisch mit Vertretern
der Landwirtschaft, der Naturschutzverbände und der
Fachbehörden besetzt ist, soll insbesondere die Erhaltung,
die Pflege und gegebenenfalls die Entwicklung der Kulturlandschaft
im Ortenaukreis fördern. Vor allem hat er die Aufgabe,
die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Naturschutzbehörde
bei der Offenhaltung der Landschaft gemeindeübergreifend
zu koordinieren. Darüber hinaus wird der Verband Pflegemaßnahmen
in Schutzgebieten sowie Artenschutzmaßnahmen im Auftrag
der Naturschutzverwaltung organisieren.
„Die Gründung des Landschaftserhaltungsverbandes
ist ein großer Erfolg unserer Gesamtstrategie Ländlicher
Raum. Wir nutzen damit die Chance, in enger Zusammenarbeit
zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen, den ländlichen
Raum voranzubringen und unsere einzigartige Landschaft zu
schützen und zu bewahren. Für die Attraktivität
unserer Naturlandschaft und unsere Tourismusregion Ortenau
ist der Landschaftserhaltungsverband ein großer Zugewinn“,
betonte Landrat Frank Scherer, der auch den Vorsitz des Verbandes übernimmt.
Scherer dankte dem Biberacher Bürgermeister Hans Peter
Heizmann, der als Projektpate aus dem Unterausschuss Gesamtstrategie
Ländlicher Raum die Gründung des Landschaftserhaltungsverbandes
mit großem Engagement maßgeblich vorangebracht
habe. Es zeige sich erneut, wie wichtig und wertvoll die
Arbeit der Projektpaten sei, um die Vielzahl der vorgesehenen
Projekte umzusetzen.
Bürgermeister Hans Peter Heizmann sagte „Die
Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden beschäftigt
schon seit langem, wer unsere wertvolle Landschaft in Zukunft
offenhält, pflegt und bewahrt. Das hat uns veranlasst,
zusammen mit Landwirten und Naturschutzorganisationen in
eine Diskussion zu treten, mit der Fragestellung, ob wir
nicht gemeinsam unsere gleichgerichteten Ziele verfolgen
sollten. Dieser Gedanke wurde von allen Seiten dankbar aufgenommen.
Ich bin sehr froh und auch glücklich, dass heute nun
nach über zweijähriger Vorarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband
ein Instrument gefunden und auch eingerichtet wurde, das
uns bei unserem gemeinsamen Bestreben wertvolle Unterstützung
geben wird.“ Neben den neun Gründungsmitgliedern
haben bereits weitere Städte und Gemeinden ihr Interesse
an einer Mitgliedschaft bekundet. Der Landschaftserhaltungsverband
hat das Ziel, möglichst alle Städte und Gemeinden
als Mitglieder zu gewinnen. Beitreten werden auch der Badische
Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV), der Schwarzwaldverein
und Naturschutzorganisationen. Nach der Satzung kann Jeder,
auch Privatpersonen, Mitglied des Landschaftserhaltungsverbandes
werden.
Der Landschaftserhaltungsverband finanziert sich aus den
Beiträgen der Mitglieder. Mit jährlich 25.000 Euro
fördert zudem das Land Baden-Württemberg die Arbeit
des Verbandes. Mit diesem Betrag soll zur Hälfte die
Stelle eines Geschäftsführers finanziert werden,
den der Verband demnächst einstellen wird. Weiteres
Personal ist nicht vorgesehen. Auch Landrat Frank Scherer
kündigte an, den Landschaftserhaltungsverband tatkräftig
zu unterstützen. So wird der Landkreis Büroräume
und Bürokommunikation für eine künftige Geschäftsstelle
zu Verfügung stellen.
Als gemeinnütziger Verein hat der Landschaftserhaltungsverband
keine behördlichen Befugnisse. Er wird nur auf Wunsch
der Grundstückseigentümer wie Gemeinden, Landwirten
oder Verbänden tätig. Die letztendliche Entscheidung,
ob eine Maßnahme durchgeführt wird, liegt beim
Grundstückseigentümer selbst. Die Geschäftsstelle
des Landschaftserhaltungsverbandes soll als eine Art Dienstleistungsbetrieb
den Gemeinden, dem Landkreis, privaten Grundstückseigentümern
und den Naturschutzverbänden zuarbeiten. Auf der Basis
vorhandener Fachplanungen und in enger Abstimmung mit den
betroffenen Behörden wie Naturschutz-, Landwirtschafts-,
Forst- oder Wasserwirtschaftsverwaltung begutachtet sie Flächen,
erarbeitet Vorschläge und Konzepte, beantragt Fördermittel
und kalkuliert die Kosten. Vor allem ist sie auch für
die ökologische Erfolgskontrolle zuständig.
Die Ortenau ist neben sechs weiteren Landkreises nun die
siebte Region in Baden-Württemberg, in denen ein Landschaftserhaltungsverband
existiert. Bundesweit gibt es bereits 145 solcher Verbände
in 13 Bundesländern.
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