Feuchtgebiete
im Ortenaukreis zählen zu den weltweit prämierten
Ramsar-Gebieten
Der Ortenaukreis ist bekannt für
seine landschaftliche Vielfalt. Mit dazu gehört eine
große Zahl an Feuchtgebieten mit ihrer spezifischen
Pflanzen- und Tierwelt. Rund 9.000 Hektar sind es im Ortenaukreis. „Wir
freuen uns, hier in der Ortenau so viele natürliche
Flächen bieten zu können. Das stärkt auch
die touristische Attraktivität der Region“, so
Steffen Müller vom Amt für Umweltschutz im Landratsamt
Ortenaukreis. Um auf die besondere Bedeutung der Feuchtgebiete
aufmerksam zu machen, hat die UNESCO bereits 1975 den 2.
Februar zum Welttag der Feuchtgebiete erklärt.
Feuchtgebiete sind nach einer internationalen Übereinkunft,
der sogenannten Ramsar-Konvention, Gebiete im Übergangsbereich
von trockenen zu dauerhaft feuchten Ökosystemen. Zumeist
handele es sich um Feuchtwiesen, Moor- oder Sumpfgebiete,
Auen und Ried, deren Flora und Fauna sich an den ganzjährigen Überschuss
an Wasser angepasst hätten, erklärt der Biologe
Müller. Im Ortenaukreis sind sie vor allem längs
des Rheins auf den Gemarkungen der Gemeinden Kappel-Grafenhausen,
Kehl, Meißenheim, Neuried, Ringsheim, Rust, Schutterwald
und Schwanau zu finden.
2008 ernannte die Vertragsstaaten-Konferenz der Ramsar-Konvention
den gesamten Oberrhein als Ramsar-Gebiet. „Für
unsere Feuchtgebiete in der Ortenau ist das eine besondere
Auszeichnung“, so Müller. Immerhin zählt
der Oberrhein, vor allem wegen seines besonderen Artenreichtums
und seiner herausragende Bedeutung als Trinkwasserreservoir,
zu den weltweit rund 1.800 ausgezeichneten Ramsar-Gebieten.
Im Ortenaukreis stehen alle Feuchtgebiete zudem unter dem
besonderen Schutz der sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
(FFH-Richtlinie) der EU. Projekte wie beispielsweise Veranstaltungen
oder Baumaßnahmen, die in diesen Gebieten geplant sind,
werden deshalb vom Amt für Umweltschutz im Landratsamt
Ortenaukreis im Vorfeld geprüft. Wird ein Gebiet durch
ein Vorhaben erheblich beeinträchtigt, kann die Naturschutzbehörde
Auflagen machen, es ganz untersagen oder an anderer Stelle
einen Ausgleich fordern.
Um den Erhalt der Feuchtgebiete aktiv zu unterstützen,
erstellt der Ortenaukreis in Zusammenarbeit mit den Gemeinden
und dem Regierungspräsidium Freiburg zudem langfristige
Konzepte für nachhaltige Schutzmaßnahmen. „Damit
können wir die Strukturvielfalt und die natürlichen
Lebensräume erhalten und entwickeln, die ein bedeutender
Standortfaktor für die Ortenau sind“, betont Müller.
Nachhaltigkeit bedeute darüber hinaus auch, den jungen
Menschen den Wert und die Bedeutung der landschaftlichen
Vielfalt zu vermitteln. Diesen Bildungsauftrag erfülle
der Kreis mit Naturpädagogik in Bildungs- und Informationseinrichtungen
wie der Naturschule Ortenau sowie durch die Unterstützung
von Schulen, Verbänden und Vereinen wie etwa dem Verein „Rhin
vivant/Lebendiger Rhein“. Auch erarbeite der Eurodistrikt
Straßburg-Ortenau zur Zeit Vorschläge für
grenzüberschreitende Projekte zur Umweltpädagogik.
Denn schließlich mache die Natur nicht an den von Menschen
festgelegten Grenzen halt, so Müller.
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