Wir
weisen für diese Meldung ausdrücklich darauf hin, dass hier
nur das seismische Risiko einer Beurteilung unterzogen wurde,
nicht das in Staufen zu unabsehbaren Verwerfungen führende
geologische Risiko.
Das
seismische Risiko bei Geothermieprojekten ist beherrschbar Im Zuge eines Geothermieprojektes ist es in Basel zu Erderschütterungen
gekommen. Nach der Richterskala hatten diese Magnituden von
maximal 3,4. Das Projekt wurde unterbrochen, da man die Gefahr
sah, dass ein größeres Erdbeben ausgelöst
werden könnte. Basel liegt in einem aktiven Erdbebengebiet
und wurde im Mittelalter durch ein Beben stark zerstört.
Die Unterbrechung des Projektes verschaffte Zeit für
ein seismologisches Gutachten.
Das nun vorgelegte Gutachten ist bisher nur in einer Kurzfassung
bekannt, die Veröffentlichung des Gesamtgutachtens wird
noch einige Monate dauern. Schlussfolgerungen sind daher
zurzeit schwer zu bewerten.
Das Gutachten besagt aufgrund umfangreicher Berechnungen,
dass die Gefahr, Geothermie könne ein großes natürliches
Beben auslösen (triggern), nicht besteht. Die Einwirkungen
auf existierende geologische Störungen sind dazu viel
zu klein. Diese Überlegungen sind zudem sehr spezifisch
für den Standort Basel, also für ein hochgradig
erdbebengefährdetes Gebiet. Sie können auf andere
Standorte kaum übertragen werden. Basel ist in vielen
Aspekten ein Einzelfall.
Auch die durch das Projekt direkt erzeugten (induzierten)
Ereignisse bleiben berechenbar und somit beherrschbar. In
Ergänzung zu den bisher üblichen Methoden der Risikoanalyse
sehen die Autoren des Gutachtens eine Beziehung zur Größe
des im Untergrund benutzen Reservoirs. Diese Beziehung haben
die Autoren bei der Aufarbeitung einer großen Zahl
von Fällen gesehen, bei denen Flüssigkeiten in
den Untergrund verpresst wurden. Da die Reservoirgröße
von den Betreibern einer Anlage vorgegeben und eingestellt
werden kann, ist also auch das seismologische Risiko beherrschbar
und geothermische Anlagen sind weiterhin möglich. Bei
der Stimulation in Basel wurde zur Erzeugung eines künstlichen
Wärmetauschers Wasser mit hohem Druck (300 bar am Bohrlochkopf)
verpresst. Diese Situation ist nicht vergleichbar mit dem
Betriebszustand einer Geothermieanlage, für die schon
aus betriebswirtschaftlichen Gründen wesentlich geringere
Drücke eingesetzt werden. Tatsache ist auch, dass in
Riehen bei Basel eine geothermische Anlage seit Jahren betrieben
wird, ohne dass Seismizität auftritt.
Dass das Gutachten gleichzeitig wahrscheinlich das Ende
für das Geothermieprojekt in Basel bedeutet, schmälert
dessen Grundaussagen nicht. In Basel war nicht nur der unterirdische
Wärmetauscher ungünstig angelegt, sondern die 'Verwundbarkeit'
der Umgebung durch innerstädtische Bebauung und Industrie
außergewöhnlich hoch. Dementsprechend errechnen
die Autoren des Gutachtens auch erhebliche und sicherlich
untypische maximale Schadenssummen.
Werner
Bussmann,
Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.
V. |