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1/2010

Wir weisen für diese Meldung ausdrücklich darauf hin, dass hier nur das seismische Risiko einer Beurteilung unterzogen wurde, nicht das in Staufen zu unabsehbaren Verwerfungen führende geologische Risiko.

Das seismische Risiko bei Geothermieprojekten ist beherrschbar

Im Zuge eines Geothermieprojektes ist es in Basel zu Erderschütterungen gekommen. Nach der Richterskala hatten diese Magnituden von maximal 3,4. Das Projekt wurde unterbrochen, da man die Gefahr sah, dass ein größeres Erdbeben ausgelöst werden könnte. Basel liegt in einem aktiven Erdbebengebiet und wurde im Mittelalter durch ein Beben stark zerstört. Die Unterbrechung des Projektes verschaffte Zeit für ein seismologisches Gutachten.

Das nun vorgelegte Gutachten ist bisher nur in einer Kurzfassung bekannt, die Veröffentlichung des Gesamtgutachtens wird noch einige Monate dauern. Schlussfolgerungen sind daher zurzeit schwer zu bewerten.

Das Gutachten besagt aufgrund umfangreicher Berechnungen, dass die Gefahr, Geothermie könne ein großes natürliches Beben auslösen (triggern), nicht besteht. Die Einwirkungen auf existierende geologische Störungen sind dazu viel zu klein. Diese Überlegungen sind zudem sehr spezifisch für den Standort Basel, also für ein hochgradig erdbebengefährdetes Gebiet. Sie können auf andere Standorte kaum übertragen werden. Basel ist in vielen Aspekten ein Einzelfall.

Auch die durch das Projekt direkt erzeugten (induzierten) Ereignisse bleiben berechenbar und somit beherrschbar. In Ergänzung zu den bisher üblichen Methoden der Risikoanalyse sehen die Autoren des Gutachtens eine Beziehung zur Größe des im Untergrund benutzen Reservoirs. Diese Beziehung haben die Autoren bei der Aufarbeitung einer großen Zahl von Fällen gesehen, bei denen Flüssigkeiten in den Untergrund verpresst wurden. Da die Reservoirgröße von den Betreibern einer Anlage vorgegeben und eingestellt werden kann, ist also auch das seismologische Risiko beherrschbar und geothermische Anlagen sind weiterhin möglich. Bei der Stimulation in Basel wurde zur Erzeugung eines künstlichen Wärmetauschers Wasser mit hohem Druck (300 bar am Bohrlochkopf) verpresst. Diese Situation ist nicht vergleichbar mit dem Betriebszustand einer Geothermieanlage, für die schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen wesentlich geringere Drücke eingesetzt werden. Tatsache ist auch, dass in Riehen bei Basel eine geothermische Anlage seit Jahren betrieben wird, ohne dass Seismizität auftritt.

Dass das Gutachten gleichzeitig wahrscheinlich das Ende für das Geothermieprojekt in Basel bedeutet, schmälert dessen Grundaussagen nicht. In Basel war nicht nur der unterirdische Wärmetauscher ungünstig angelegt, sondern die 'Verwundbarkeit' der Umgebung durch innerstädtische Bebauung und Industrie außergewöhnlich hoch. Dementsprechend errechnen die Autoren des Gutachtens auch erhebliche und sicherlich untypische maximale Schadenssummen.

Werner Bussmann, Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e. V.

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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