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5/2009

Deutsche Wälder tragen zum Klimaschutz bei

Die Inventurstudie 2008 des von Thünen-Instituts (vTI) ergibt eine hohe CO2-Speicherleistung in der Biomasse und im Totholz

Auf einer Pressekonferenz am 9. Oktober 2009 in Frankfurt/Main haben das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat die Ergebnisse der aktuellen Inventurstudie der deutschen Wälder vorgestellt.

Die Planung und Leitung oblag ebenso wie die Durchführung der Feldaufnahmen dem vTI-Institut für Waldökologie und Waldinventuren. Die Inventurstudie wurde initiiert, um eine Aussage über die Speicherung von CO2 in deutschen Wäldern als Klimaschutzmaßnahme im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu treffen. Diese Speicherleistung muss dem Klima-Sekretariat der Vereinten Nationen (UN) für die erste Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 berichtet werden. Die Aufnahmen erfolgten auf einem Teil der Stichprobenpunkte der Bundeswaldinventur, die letztmals 2002 durchgeführt wurde.

Für die Inventurstudie des vTI wurden deutschlandweit rund 78.000 Bäume vermessen
Für die Inventurstudie des vTI wurden deutschlandweit rund 78.000 Bäume vermessen (Foto: vTI/WOI)

Die Auswertung ergab eine Speicherung von 120 Tonnen Kohlenstoff je Hektar. Zusätzlich waren im Totholz 3,25 Tonnen je Hektar gebunden. Bilanziert man die Kohlenstoffspeicherleistung der Deutschen Wälder für den Zeitraum 2002 bis 2008, dann beträgt die Gesamtsenkenwirkung 4,7 Mio. Tonnen Kohlenstoff pro Jahr. Das heißt, die Wälder nahmen diese Menge an Kohlenstoff jedes Jahr auf und speicherten sie als Biomasse.

Neben den Erkenntnissen zur Kohlenstoffspeicherung haben die Daten auch vielfältige Informationen zur Entwicklung der großräumigen Waldverhältnisse geliefert, die wichtige Entscheidungshilfen für die Politik sowie für die Forst- und Holzwirtschaft sind.

Für die jetzige Inventurstudie wurden 6.711 Probepunkte (sog. Trakt-Ecken) aufgenommen. Als Datenbasis für die Auswertungen wurden dabei 48.070 Probebäume mit einem Durchmesser über 7 cm, 29.818 Bäume unter 7 cm und 25.407 Stück Totholz erfasst. Die Inventurstudie war trotz kurzer Vorbereitungszeit möglich, weil das Stichprobennetz, das Aufnahmedesign sowie Datenbanken und Software der Bundeswaldinventur genutzt werden konnten.

Die nun abgeschlossenen Arbeiten haben wichtige Erkenntnisse zur Rolle der Wälder im Klimaschutz und über deren Leistunsfähigkeit zur nachhaltigen Bereitstellung von Rohholz erbracht. Daneben konnten wertvolle Erfahrungen für die nächste Bundeswaldinventur gesammelt werden, die in der dritten Auflage (BWI³) im Jahre 2012 Daten für das Endjahr der Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls liefern wird.

Dr. Michael Welling, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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