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4/2009

Umgestaltung der Wutachmündung ist abgeschlossen

Wichtiger Baustein zur Verbesserung von Wutach und Hochrhein

Die jetzt fertiggestellte Umgestaltung oberhalb der Mündung der Wutach in den Hochrhein vereint die Belange des Hochwasserschutzes und der Gewässerökologie. Für insgesamt 340.000 € wurden auf einer Fläche von 32.000 m² in vierjähriger Bauzeit 23.800 m³ Retentionsvolumen für Hochwasser, insbesondere aber Flächen zur Auenwaldentwicklung und Futter- und Laichplätze für Fische neu geschaffen. Regierungspräsident Julian Würtenberger machte sich heute in Begleitung des zuständigen Referatsleiters Bernhard Burkart und dessen Kollegen Erich Linsin selbst ein Bild von der Maßnahme. Vor Ort dabei waren auch der Erste Landesbeamte Jörg Gantzer vom Landratsamt Waldshut, Oberbürgermeister Martin Albers und Bürgermeister Manfred Beck , Waldshut-Tiengen und Günter Schlageter vom Rheinkraftwerk Albbruck - Dogern - AG (RADAG).

Die Wutach war früher, wie der Name besagt, ein wütender Fluss. Starke Geschiebe- und Totholzführung und die damit verbundenen Laufverlagerungen, hielten die Wutachaue auf einer Breite von 150 bis 200 m baumfrei. Sie mündete im Gewann Bannschachen der Gemarkung Gurtweil (bei Waldshut-Tiengen) stark verzweigt in den Hochrhein.

Bereits im 19. Jahrhundert war sie zur Sicherung der Nutzung der Talaue auf Kosten der ursprünglichen vielfältigen Lebensräume stark ausgebaut worden.

Deshalb entwickelte man in den 90er Jahren erste Vorstellungen zur Aufwertung der Wutachmündung, in denen sich gleichermaßen die Ziele der Wasserwirtschaft, des Naturschutzes und der Fischökologie wiederfinden.
Die jetzt abgeschlossene Umgestaltungsmaßnahme im Mündungsbereich schafft die Voraussetzung für eine weitere eigendynamische Entwicklung der Wutach und ihrer Auebereiche. Nach der Entfernung des Steinpflasters am Ufer können nun Hochwasser Ufer und Gewässersohle verändern und damit die naturnahe Entwicklung einleiten. Danach wurden auch gewässernahe Flächen tiefer gelegt. Mit den jetzt häufigeren Überflutungen wird sich hier wieder eine natürliche Flussaue entwickeln, diese Arbeit wird aber bewusst der Natur überlassen. Auch im Naturzustand haben Hochwasser durch Flussverlagerungen Auewälder mit sich gerissen, auf den verbliebenen Rohbodenflächen hat sich dann über Jahrzehnte wieder Auewald entwickelt. „Gerade die vielfältigen Entwicklungsstadien von offenen Kiesflächen zum Auewald bereichern auch die Artenvielfalt“, stellte Bernhard Burkart fest.
Am 23.11.2005 erging die Plangenehmigung durch das Landratsamt Waldshut. Danach hat das Regierungspräsidium die Maßnahme in mehreren Bauabschnitten vom Winter 2005/06 bis März 2009 umgesetzt. Deshalb kann in Teilbereichen auch bereits eine positive Entwicklung der schon länger umgestalteten Auenbereiche festgestellt werden.

Besonders bemerkenswert ist, dass der erforderliche Grunderwerb und die vorgesehenen Nutzungsänderungen im Einvernehmen mit Grundstückseigentümern und Landwirtschaft getätigt werden konnten. „Auch im Namen meiner Fachabteilung danke ich den Grundstückseigentümern, Pächtern und den Vertretern des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, dass sie uns unkompliziert geholfen haben; wir konnten so in einem überschaubaren Zeitraum einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen, nämlich naturnahen und ökologischen Gewässerwirtschaft erbringen“, so der Regierungspräsident.
Die Anschubfinanzierung für die Maßnahme kam von der RADAG, die für die Neukonzessionierung des Rheinkraftwerks Albbruck-Dogern Ausgleichsleistungen zu erbringen hatte und deshalb in erheblichem Umfang sowohl die Umgestaltung der Wutachmündung als auch den dafür notwendigem Grunderwerb mitfinanzierte.

Im Laufe der Bauabwicklung konnte der Landesbetrieb Gewässer die Umgestaltung Zug um Zug mit weiteren Ausgleichsmitteln, Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), insbesondere aber mit Landesmitteln für den Gewässerausbau umsetzen.
Mit der zwischenzeitlich fertiggestellten Umgestaltung der Wutachmündung sind die ökologischen Verbesserungsmaßnahmen an diesem Gewässer längst nicht abgeschlossen. Entsprechend dem WRRL-Maßnahmenkatalog wurden zwischenzeitlich Strukturverbesserungsmaßnahmen bei Tiengen auf einer Länge von ca. 400 m beendet; sie werden noch in diesem Monat weitergeführt. In den nächsten Jahren sind noch viele punktuelle Maßnahmen auf ca. 28 km Gewässerstrecke umzusetzen.

Auch am Hochrhein wird im September mit Baumaßnahmen zur Aktivierung eines Altrheinarmes auf der Gemarkung Küssaberg-Kadelburg begonnen.

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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