Umgestaltung
der Wutachmündung ist abgeschlossen
Wichtiger Baustein zur Verbesserung von Wutach und Hochrhein
Die jetzt fertiggestellte Umgestaltung oberhalb der Mündung
der Wutach in den Hochrhein vereint die Belange des Hochwasserschutzes
und der Gewässerökologie. Für insgesamt 340.000 € wurden
auf einer Fläche von 32.000 m² in vierjähriger
Bauzeit 23.800 m³ Retentionsvolumen für Hochwasser,
insbesondere aber Flächen zur Auenwaldentwicklung und
Futter- und Laichplätze für Fische neu geschaffen.
Regierungspräsident Julian Würtenberger machte sich
heute in Begleitung des zuständigen Referatsleiters Bernhard
Burkart und dessen Kollegen Erich Linsin selbst ein Bild von
der Maßnahme. Vor Ort dabei waren auch der Erste Landesbeamte
Jörg Gantzer vom Landratsamt Waldshut, Oberbürgermeister
Martin Albers und Bürgermeister Manfred Beck , Waldshut-Tiengen
und Günter Schlageter vom Rheinkraftwerk Albbruck
- Dogern - AG (RADAG).
Die Wutach war früher, wie der Name besagt, ein wütender
Fluss. Starke Geschiebe- und Totholzführung und die damit
verbundenen Laufverlagerungen, hielten die Wutachaue auf einer
Breite von 150 bis 200 m baumfrei. Sie mündete im
Gewann Bannschachen der Gemarkung Gurtweil (bei Waldshut-Tiengen)
stark verzweigt in den Hochrhein.
Bereits im 19. Jahrhundert war sie zur Sicherung der Nutzung
der Talaue auf Kosten der ursprünglichen vielfältigen
Lebensräume stark ausgebaut worden.
Deshalb entwickelte man in den 90er Jahren erste Vorstellungen
zur Aufwertung der Wutachmündung, in denen sich gleichermaßen
die Ziele der Wasserwirtschaft, des Naturschutzes und der Fischökologie
wiederfinden.
Die jetzt abgeschlossene Umgestaltungsmaßnahme im Mündungsbereich
schafft die Voraussetzung für eine weitere eigendynamische
Entwicklung der Wutach und ihrer Auebereiche. Nach der Entfernung
des Steinpflasters am Ufer können nun Hochwasser Ufer
und Gewässersohle verändern und damit die naturnahe
Entwicklung einleiten. Danach wurden auch gewässernahe
Flächen tiefer gelegt. Mit den jetzt häufigeren Überflutungen
wird sich hier wieder eine natürliche Flussaue entwickeln,
diese Arbeit wird aber bewusst der Natur überlassen. Auch
im Naturzustand haben Hochwasser durch Flussverlagerungen Auewälder
mit sich gerissen, auf den verbliebenen Rohbodenflächen
hat sich dann über Jahrzehnte wieder Auewald entwickelt. „Gerade
die vielfältigen Entwicklungsstadien von offenen Kiesflächen
zum Auewald bereichern auch die Artenvielfalt“, stellte
Bernhard Burkart fest.
Am 23.11.2005 erging die Plangenehmigung durch das Landratsamt
Waldshut. Danach hat das Regierungspräsidium die Maßnahme
in mehreren Bauabschnitten vom Winter 2005/06 bis März
2009 umgesetzt. Deshalb kann in Teilbereichen auch bereits
eine positive Entwicklung der schon länger umgestalteten
Auenbereiche festgestellt werden.
Besonders bemerkenswert ist, dass der erforderliche Grunderwerb
und die vorgesehenen Nutzungsänderungen im Einvernehmen
mit Grundstückseigentümern und Landwirtschaft getätigt
werden konnten. „Auch im Namen meiner Fachabteilung danke
ich den Grundstückseigentümern, Pächtern und
den Vertretern des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, dass
sie uns unkompliziert geholfen haben; wir konnten so in einem überschaubaren
Zeitraum einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen, nämlich
naturnahen und ökologischen Gewässerwirtschaft erbringen“,
so der Regierungspräsident.
Die Anschubfinanzierung für die Maßnahme kam von
der RADAG, die für die Neukonzessionierung des Rheinkraftwerks
Albbruck-Dogern Ausgleichsleistungen zu erbringen hatte und
deshalb in erheblichem Umfang sowohl die Umgestaltung der Wutachmündung
als auch den dafür notwendigem Grunderwerb mitfinanzierte.
Im Laufe der Bauabwicklung konnte der Landesbetrieb Gewässer
die Umgestaltung Zug um Zug mit weiteren Ausgleichsmitteln,
Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), insbesondere
aber mit Landesmitteln für den Gewässerausbau umsetzen.
Mit der zwischenzeitlich fertiggestellten Umgestaltung
der Wutachmündung sind die ökologischen Verbesserungsmaßnahmen
an diesem Gewässer längst nicht abgeschlossen. Entsprechend
dem WRRL-Maßnahmenkatalog wurden zwischenzeitlich Strukturverbesserungsmaßnahmen
bei Tiengen auf einer Länge von ca. 400 m beendet; sie
werden noch in diesem Monat weitergeführt. In den nächsten
Jahren sind noch viele punktuelle Maßnahmen auf ca. 28
km Gewässerstrecke umzusetzen.
Auch am Hochrhein wird im September mit Baumaßnahmen
zur Aktivierung eines Altrheinarmes auf der Gemarkung Küssaberg-Kadelburg
begonnen.
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