Neue
Broschüre: "Gemeinsame Agrarpolitik: Cross Compliance
und Auswirkungen auf die Biodiversiät"
Grundlegende Überarbeitung und Weiterentwicklung
der Cross Compliance Anforderungen notwendig
Ergebnisse von BfN - Forschungsvorhaben vorgestellt
Bonn, 20. Juli 2009: Nach Abschluss des so genannten "health
check" der Gemeinsamen Agrarpolitik weist das Bundesamt
für Naturschutz (BfN) diese Woche auf die Broschüre "Gemeinsame
Agrarpolitik: Cross Compliance und Auswirkungen auf die Biodiversität" hin.
In der Broschüre werden die zentralen Ergebnisse und
Empfehlungen zur Weiterentwicklung der nationalen und europäischen
Agrarpolitik in Hinblick auf die Ausgestaltung der Gemeinsamen
Agrarpolitik ab 2013 des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens "Gemeinsame
Agrarpolitik: Cross Compliance und die Auswirkungen auf die
Biodiversität" zusammengefasst.
Die Broschüre zeigt anhand experimenteller Untersuchungen
und der Auswertung von Daten aus Langzeitversuchen Auswirkungen
der derzeitigen Cross-Compliance-Verpflichtungen auf die
biologische Vielfalt in Agrarökosystemen. Es werden
Aussagen zu drei Themenkomplexen getroffen:
- Auswirkungen der Mindestpflegeverpflichtungen,
- Erhaltungsverpflichtungen von Grünland und Sicherung
seiner ökologischen Qualität,
- Sicherung und Erhaltung von Ackerflächen mit hoher
Biodiversität.
Die Ergebnisse des Vorhabens zeigen, dass die biologische
Vielfalt weder im Grünland noch auf Ackerland mit den
bestehenden Cross-Compliance-Verpflichtungen gesichert werden
kann. So wirkt sich die Mulchverpflichtung als Anforderung
zur Erhaltung der Flächen in einem "guten landwirtschaftlichen
und ökologischen Zustand" nur auf mageren Standorten
nicht negativ auf die Biodiversität aus, auf wüchsigen
Standorten kommt es tendenziell zu Biodiversitätsverlusten.
Auch sind noch immer in bedeutendem Umfang Grünlandumbrüche,
auch auf ökologisch sensiblen Standorten, sowie eine
Grünlandintensivierung erkennbar. Des Weiteren sind
Verluste artenreicher Ackerflächen auf Grenzertragsstandorten
zu verzeichnen.
Für die Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik
ab 2013 wird mit einer deutlichen Budgetreduzierung gerechnet.
Die gesellschaftliche Legimitation der Agrarzahlungen wird
in Zukunft nicht mehr nur auf Basis früherer Agrarsubventionen
erfolgen. Zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen
wie Erhalt der biologischen Vielfalt, Klimawandel, Gewässerschutz
und erneuerbaren Energien bedarf neben der Ausdehnung der
Agrarumweltförderung zur Honorierung der ökologischen
Leistungen der Landwirtschaft auch einer sinnvollen Weiterentwicklung
der Mindestanforderungen. Die in der Broschüre dargestellten
Ergebnisse des Vorhabens bieten hierbei eine wertvolle Hilfestellung.
Hinweis zur Broschüre:
Die Broschüre "Gemeinsame Agrarpolitik: Cross Compliance
und Auswirkungen auf die Biodiversität" mit den
zentralen Ergebnissen und entsprechenden Empfehlungen zur
Weiterentwicklung der nationalen und europäischen Agrarpolitik
kann kostenlos beim BfN angefordert werden ( Natur-und-Nutzung@bfn.de;
Telefon: 0228-8491-1827, Fax.: 0228-8491-1819) und steht
auf http://www.bfn.de/0313_veroe.html als Download zur Verfügung.
Franz August Emde,
Bundesamt für Naturschutz |