Aus
Ökologie und Natur
„Heil-Kräuter” für
Klima und Wildtiere
Energie aus Wildpflanzen als Alternative zur
Monokultur mit Mais
Sogar gegen die Klima-Katastrophe ist ein Kraut gewachsen! „Genauer
gesagt handelt es sich um Wildkräuter, die zu Biogas
verarbeitet werden können”, erläutert Patrick
Rösen von der Deutschen Wildtier Stiftung. Gemeinsam
mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
(LWG) und vier weiteren Organisationen sollen Wildkräuter
in klimaneutrale Energie verwandelt werden. „Und das
kommt nicht nur dem Klima zugute”, sagt Rösen,
Experte für Naturschutz und Umweltpolitik. „Zum
Beispiel finden Feldhasen, Fledermäuse und Rebhühner
Nahrung und Schutz zwischen den Wildkräutern, die auch
von vielen wichtigen Bestäubern wie Bienen und Hummeln
aufgesucht werden.”
Für die Biogasproduktion wird heute nahezu ausschließlich
Mais angebaut, denn er liefert hohe Erträge und damit
viel Biogas. Durch die Förderung des Energiepflanzenanbaus
hat sich zwischen 2007 und 2008 die Anbaufläche für
Mais um 6,5 % erhöht. Doch Mais hat gravierende Nachteile
für Wildtiere und Umwelt, denn es handelt sich um einen
intensiven Anbau mit hohem Einsatz an Dünger und chemischen
Pflanzenschutzmitteln. Das widerspricht sowohl dem Klimaschutz
als auch dem Naturschutz. „Hoher Düngemitteleinsatz
und der Umbruch von Grünland setzen mehr schädliche
Klimagase frei als später durch Biogas eingespart werden
kann. Zudem wird der Lebensraum für Wildtiere im ländlichen
Raum immer knapper”, sagt Christof Thoss vom Deutschen
Verband für Landschaftspflege.
Wildkräuter sind dagegen ein Allheilmittel für
eine Vielzahl von Problemen: „Neben dem Schutz der
Wildtiere sind für den Landwirt vor allem die reduzierten
Kosten für Dünge und Pflanzenschutzmittel sowie
die hohe Ertragssicherheit und Gasausbeute wichtige Aspekte“,
so Werner Kuhn von der LWG. Daher wurden jetzt nach erfolgreichen
Laborversuchen die ersten Testflächen in Unterfranken
(Bayern) und im Raum Oldenburg (Niedersachsen) mit den Wildpflanzenmischungen
angesät. Das Pflanzenpotential ist riesig. Aktuell werden über
70 verschiedene Pflanzenarten auf ihre Eignung geprüft.
Das Projekt "Energie aus Wildpflanzen" wird von
der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert
und von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und
Gartenbau (LWG) geleitet. Projektpartner sind neben der Deutschen
Wildtier Stiftung der Deutsche Verband für Landschaftspflege
(DVL), der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und
der Jagd (CIC), der Landesjagdverband Bayern (BJV) und der
Saatguthersteller Saaten Zeller. Deutsche Wildtier Stiftung |