Landesverein Badische Heimat e.V.

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3/2009

Aus Ökologie und Natur

„Heil-Kräuter” für Klima und Wildtiere

Energie aus Wildpflanzen als Alternative zur Monokultur mit Mais

Sogar gegen die Klima-Katastrophe ist ein Kraut gewachsen! „Genauer gesagt handelt es sich um Wildkräuter, die zu Biogas verarbeitet werden können”, erläutert Patrick Rösen von der Deutschen Wildtier Stiftung. Gemeinsam mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) und vier weiteren Organisationen sollen Wildkräuter in klimaneutrale Energie verwandelt werden. „Und das kommt nicht nur dem Klima zugute”, sagt Rösen, Experte für Naturschutz und Umweltpolitik. „Zum Beispiel finden Feldhasen, Fledermäuse und Rebhühner Nahrung und Schutz zwischen den Wildkräutern, die auch von vielen wichtigen Bestäubern wie Bienen und Hummeln aufgesucht werden.”

Für die Biogasproduktion wird heute nahezu ausschließlich Mais angebaut, denn er liefert hohe Erträge und damit viel Biogas. Durch die Förderung des Energiepflanzenanbaus hat sich zwischen 2007 und 2008 die Anbaufläche für Mais um 6,5 % erhöht. Doch Mais hat gravierende Nachteile für Wildtiere und Umwelt, denn es handelt sich um einen intensiven Anbau mit hohem Einsatz an Dünger und chemischen Pflanzenschutzmitteln. Das widerspricht sowohl dem Klimaschutz als auch dem Naturschutz. „Hoher Düngemitteleinsatz und der Umbruch von Grünland setzen mehr schädliche Klimagase frei als später durch Biogas eingespart werden kann. Zudem wird der Lebensraum für Wildtiere im ländlichen Raum immer knapper”, sagt Christof Thoss vom Deutschen Verband für Landschaftspflege.

Wildkräuter sind dagegen ein Allheilmittel für eine Vielzahl von Problemen: „Neben dem Schutz der Wildtiere sind für den Landwirt vor allem die reduzierten Kosten für Dünge und Pflanzenschutzmittel sowie die hohe Ertragssicherheit und Gasausbeute wichtige Aspekte“, so Werner Kuhn von der LWG. Daher wurden jetzt nach erfolgreichen Laborversuchen die ersten Testflächen in Unterfranken (Bayern) und im Raum Oldenburg (Niedersachsen) mit den Wildpflanzenmischungen angesät. Das Pflanzenpotential ist riesig. Aktuell werden über 70 verschiedene Pflanzenarten auf ihre Eignung geprüft.

Das Projekt "Energie aus Wildpflanzen" wird von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert und von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) geleitet. Projektpartner sind neben der Deutschen Wildtier Stiftung der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), der Landesjagdverband Bayern (BJV) und der Saatguthersteller Saaten Zeller.

Deutsche Wildtier Stiftung

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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