Schloss
Bruchsal
Zwei neue Stücke für die Wiedereinrichtung
der Beletage
Staatliche Schlösser und Gärten informieren über
Fortgang der Arbeiten
Die Wiedereinrichtung der Bruchsaler Beletage ist eines
der ganz großen Projekte der Staatlichen Schlösser
und Gärten Baden-Württemberg. Mit den im Frühjahr
in einer Pariser Auktion erworbenen Konsoltischen können
die Schlösser und Gärten jetzt wieder einen Mosaikstein
ergänzen. Für kurze Zeit präsentieren sie
die beiden reich geschnitzten Stücke aus der originalen
Rokokoausstattung von Schloss Bruchsal der Öffentlichkeit.
Als dauerhafte Information für die Besucherinnen und
Besucher hat der Bauzaun am Bruchsaler Schloss eine aufwendige
Gestaltung bekommen: Er fungiert jetzt als Informationsträger über
die historischen Räume der Beletage, ihre Möblierung
und die Wiederherstellung.

Michael Hörrmann, der Geschäftsführer
der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg,
Dr. Ulrike Grimm, Konservatorin, und Restaurator Thomas Merkl
bei der Präsentation der Konsoltische
Schloss Bruchsal hat seine ganz besondere Geschichte: 1945
weitgehend zerstört, ist es in einem beispiellosen Akt
der Rekonstruktion wiedererstanden. Der Wiederaufbau begann,
ein Zeichen der Hoffnung, bereits im Jahr 1947. Dass Schloss
Bruchsal inzwischen beim Gang durch die Festräume ein
so einzigartiges Schlosserlebnis vermittelt, ist ein stolzes
Ergebnis der aufwendigen Wiederherstellungsarbeiten. „Ein
Besuch in Schloss Bruchsal erschließt heute wieder
ein authentisches Zeugnis der Geschichte und Kultur des Landes“ sagte
Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der
Staatlichen Schlösser und Gärten, bei einem Präsentationstermin
in Bruchsal. Er verwies darauf, dass Bruchsal durch seine
Geschichte und seine Ausstattung ein Schloss von besonderer
Strahlkraft unter den baden-württembergischen Monumenten
sei.
Die fürstbischöfliche Einrichtung von Bruchsal
enthielt herausragende Stücke – von einer Qualität,
wie sich kaum etwas Vergleichbares findet. Balthasar Neumann,
der geniale Architekt, hatte für die Ausstattung des
Schlosses unter anderem Künstler aus der Würzburger
Residenz vermittelt. Die Erscheinung der heutigen Schlosspräsentation
basiert auf den kostbaren Originalen der historischen Ausstattung,
die vor der Zerstörung von 1945 gerettet werden konnten.
Außerdem ein großes Glück für die Bruchsaler
Schlossräume: Bereits aus dem 19. Jahrhundert gibt es
ausdrucksstarke Fotografien! Auf diese ganz besondere Quelle
stützt sich die Wiedereinrichtung der Beletage – neben
den schriftlichen Dokumenten aus den vergangenen Jahrhunderten.
Dass in diesem Frühjahr zwei Konsoltische erworben
werden konnten, hat weithin Aufsehen erregt. Kein Wunder,
die reich geschnitzten Stücke, im 18. Jahrhundert für
Schloss Bruchsal geschaffen, befanden sich seit einigen Jahren
in der prominenten Sammlung des Modeschöpfers Yves Saint
Laurent. Die spektakulären Neuerwerbungen werden jetzt
für kurze Zeit im Bruchsaler Schloss präsentiert,
als wesentliches Element im Rahmen der Wiederherstellung
der Bruchsaler Beletage. Der Erwerb war kein Zufall, so die
Konservatorin Dr. Ulrike Grimm: „Wir konnten die Tische
auf den historischen Fotografien aus Schloss Bruchsal identifizieren“.
Als dann auch noch auf der Unterseite Inventaraufkleber und
ein von anderen Bruchsaler Möbeln bekanntes Zeichen,
ein schwarzes „Br“ auftauchten, war die Herkunft
aus der Residenz der Fürstbischöfe ganz außer
Zweifel.
Für die Staatlichen Schlösser und Gärten
ist der Erwerb ein wesentlicher Mosaikstein auf dem Weg zum
einheitlichen Schlossraumgefüge. Grimm: „Wenn
wir in einigen Jahren die Räume der Beletage wieder
eingerichtet haben, möbliert mit den herausragenden
Bruchsaler Originalen, wird die einstige Residenz der Fürstbischöfe
von Speyer wieder einen Eindruck davon geben, was sie einmal
war: eines der herausragenden Denkmäler aus der Mitte
des 18. Jahrhunderts in Deutschland, geschaffen von Künstlern
der allerersten Garde.“
Diesen Weg wird das Land mit viel Information begleiten:
Die Arbeiten im Schloss sollen für die Bürger transparent
sein. Ein erster Schritt dahin ist der Bauzaun am Bruchsaler
Schloss. Er gibt Einblicke in das, was im Bruchsaler Schloss
geschieht. Dazu werden regelmäßige Besichtigungstermine
für Medien und Bevölkerung kommen, bei denen entscheidende
Etappen präsentiert werden.
Die Konsoltische im Fürstensaal können vom 14.
bis 24. Mai beim Besuch im Bruchsaler Schloss besichtigt
werden.
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