100 Jahre
Badische Heimat
Der Verein und der Heimatbegriff
Ein Interview der Badischen Zeitung mit Vereinspräsident
Dr. Sven v. Ungern-Sternberg
In einem Interview mit der Badischen Zeitung äußerte sich
Sven v. Ungern-Sternberg, Präsident des Landesvereins Badische
Heimat zuversichtlich, die Assoziation des Heimatbegriffs mit
Gefühlsduselei endgültig zugunsten der heute mehr denn je
notwendigen Identifizierung mit regionalen Strukturen und nach
überschaubaren Verhältnissen überwinden zu können. Der Heimatbegriff
baue sich heute in konzentrischen Kreisen von der unmittelbaren
Nachbarschaft bis in Einzellandschaften auf, aber die darüber
liegende Regional-Identität sei nirgends so ausgebildet wie
in Baden.
Auf die Belastung des Heimat-Begriffs durch das Dritte reich
angesprochen erklärte v. Ungern-Sternberg, es sei im Nachhinein
ein unverdienter Sieg für die Nationalsozialisten, wenn
man alle Begriffe, die sie missbraucht hätten, aus dem Sprachschatz
streichen wollte. Der Begriff "Heimat" sei zeitlos und in der
Lage, auch diesen Missbrauch zu überleben, sei heute vielmehr
ein Ausdruck der kulturellen Identität und der Lebensart,
die stark von der Landschaft geprägt sei. Ihn auf die "völkische"
Definition zu reduzieren, sei daher Unsinn.
Auf das Verhältnis zu Württemberg angesprochen sagte
v. Ungern-Sternberg, dass es nicht nur keinen Konflikt gebe,
sondern die Badische Heimat mit dem Schwäbischen Heimatbund
in Angelegenheiten, die das ganze Land betreffen, eng zusammenarbeite.
Die Badische Heimat sei jedoch ein Sachwalter des badischen
Elements in Baden-Württemberg. Auch die Perspektive eines politischeren
Auftretens bedeute keine Gegnerschaft zu Stuttgart. Die Zeit
der "altbadischen Separatisten" sei längst vorbei.
Das ganze Interview (Badische Zeitung
, 28.2.09) finden Sie bei der Badischen
Zeitung |