Landesverein Badische Heimat e.V.

Badische Heimat - das Online-Magazin

2/2009

Lernt Eure Städte kennen!

In der zweiten Folge unseres Sehen-lern-Kurses gehts es um alles, was aus der eigentlichen "Hülle" des Hauses heraustritt, also um Erker, Balkone und Risalite sowie um besondere Dachformen

 

Erweiterungen: Dach & Co. - Kuppeln und Türmchen

Während Balkone, Erker und Risalite Elemente der Fassadengliederung selbst sind, gehören Kuppeln und Türmchen zum Bereich der Dachgestaltung.

Kuppeln sind seit jeher ein Element der Überhöhung. Bautechnisch entstanden sie bereits in der Antike aus dem Bedürfnis, große Räume ohne weitere Unterteilung durch Säulen etc. zu überwölben (Pantheon in Rom, Hagia Sophia in Konstantinopel). Sie waren auch noch Vorbild, als Brunelleschi im ersten Kuppelbau der Neuzeit die Vierung des Doms in Florenz durch eine gewaltige Kuppel bekrönte. Auch der Petersdom in Rom muss den gewaltigen Innenraum durch eine Kuppel überwölben. Seitdem geht aber der Kuppelbau zwei verschiedene Wege: Zum einen erfüllt er im Sinn des Klassizismus weiterhin die Aufgabe, große Zentralräume zu bedecken (St. Blasien im Schwarzwald, St. Hedwigs-Dom in Berlin), zum anderen überhöht er auf kleinem Grundriss Gebäude oder Gebäudeteile, ohne wirklich konstruktiv notwendig zu sein. Damit wird die Kuppel seit der Zeit des Barock zum Paradigma der Repräsentationsarchitektur im öffentlichen, aber auch im privaten Bereich. Die gläsernen Kuppeln des modernen Stahlbaus, wie z.B. am Reichstagsgebäude in Berlin, erfüllen zwar von ihrer Konstruktion Beleuchtungsaufgaben, sind aber doch in den Bereich der Repräsentation zu verweisen.

In unserem Lerngang können Kuppeln, Türmchen und ähnliche Dachaufsätze auf ihre übersteigernde Funktion hin untersucht werden.


Eckhaus mit Türmchen, Mannheim, Alter Messplatz

Im obigen Beispiel (Mannheim, Alter Messplatz, Eingang Mittelstraße) dient die türmchenartige Überhöhung des Daches an der vorderen Ecke dazu, die Betonung durch die zwei Balkons in der Dachzone fortzusetzen. Man kann vermutlich davon ausgehen, dass sie ursprünglich noch einen Aufsatz im Stil des Hauses trug.

In der Architektur der öffentlichen und halböffentlichen Gebäude wird ab einem bestimmten Anspruch die Kuppel geradezu zwingend notwendig.

Ein Beispiel dafür ist das Palais du Rhin , das ehemalige kaiserliche Palais in Straßburg, das die Kuppel noch zusätzlich durch den vorgebauten Portikus betont.


Palais du Rhin, Straßburg, mit Kuppel

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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