100 Jahre
Badische Heimat
Mit guten Wünschen in die nächsten
hundert Jahre
Die Badische Heimat rief, und alle kamen, um ihre Glückwünsche
zu einhundert Jahren Vereinsgeschichte zu überbringen.
Von Finanzminister Willi Stächele, MdL, als Vertreter
der Landesregierung
über den Freiburger Regierungspräsidenten Julian
Würtenberger
und den Freiburger OB Dieter Salomon, über Landtagsabgeordnete,
Landräte bis hin zu den Bürgermeistern der Umlandgemeinden
kamen alle, die der Badischen Heimat und der badischen Sache
die Treue halten und im Verein ein Sprachrohr für badische
Interessen sehen.
Regierungspräsident
Würtenberger zitierte am Anfang seiner Begrüßung
aus dem badischen Kalendarium den 161. Jahrestag jener denkwürdigen
Bürgerversammlung
in Mannheim am Vorabend der badischen Revolution von 1848 just
an diesem
27. Februar und machte deutlich, wer Baden meine, komme an
der Badischen Heimat
nicht vorbei. Der Präsident der Badischen Heimat, Alt-Regierungspräsident
Dr. Sven v. Ungern-Sternberg zeigte sich geehrt durch die übergroße
Resonanz, die die Einladung gefunden hatte und wertete die
Anwesenheit einer so großen Zahl von Gästen als
eine deutliche Anerkennung für die Qualität der geleisteten
Arbeit. Ähnlich
lobte Finanzminister Willi Stächele in seinem Grußwort
das bürgerschaftlliche Engagement, das sich in der Vereinsarbeit
zeige.

Pianist Helmut Lörscher mit "Chopins" Etüde 1848 (Filmclip,
wmv)

Präsident v. Ungern-Sternberg und die NS-Vergangeheit
des Vereins (Filmclip, wmv)
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Wer sich anhand des Programms schon über den musikalischen
Interpreten Helmut Lörscher informiert hatte, konnte gespannt
sein auf seine "klassischen Interpretationen" des Badnerlieds,
im Bach'schen Kleid oder als Mozart-Sonate, als Wagnersches
Epos oder als Chopins "Etüde 1848". Lörscher begeisterte das
Publikum. In einer Talk-Runde unter Leitung von Elisabeth Schraut
diskutierten Vereinspräsident Sven v. Ungern-Sternberg, OB
Dieter Salomon und Regierungspräsident Julian Würtenberger
("der einzige geborene Badner in dem Kreis, und der heißt
Würtenberger") über Heimat, Identität und die Geschichte
des Vereins. Vereinspräsident v. Ungern-Sternberg konnte
dabei
auf die Archivrecherchen zu Hermann Eris Busse verweisen und
deutlich machen, dass er trotz aller gedanklichen Nähe zum
Konservatismus und zur agrarisch-heimattümelnden Ideologie
der 20er und 30er Jahre kein Nationalsozialist war - im Gegenteil:
Von den Nationalsozialisten selbst wurde er als "unzuverlässig"
eingestuft und von der Spruchkammer nach dem 2. Weltkrieg
freigesprochen und rehabilitiert.
"Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser Baden nicht"
könnte man den zweiten Teil der Interpretationen des Badnerlieds
durch Helmut Lörscher überschreiben, und "Spiel mir das Lied
von Baden".
Zum Abschluss des Festakts skizzierte Ausstellunbgskurator
Dr. Bernhard Oeschger die Entstehung und die Grundzüge der
Ausstellung, die nun für sechs Wochen im Foyer des Regierungspräsidiums
zu sehen sein wird sich dann auf den Weg in Badens Städte macht.
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Präsident Dr. v. Ungern-Sternberg
über die Geschichte des Vereins] |