Landesverein Badische Heimat e.V.

Badische Heimat - das Online-Magazin

1/2009

Ökologie & Natur

Vom Neckar bis an die Erfa für die Natur aktiv

Landschaftspflegearbeiten im Neckar-Odenwald-Kreis im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe und von Partnern vor Ort

(rpk) Auch im Jahr 2008 führte das Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat für Naturschutz und Landschaftspflege, im Neckar-Odenwald-Kreis wieder zahlreiche Landschaftspflegemaßnahmen in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Landwirten, Vereinen und Gemeindearbeitern durch. Von den Maßnahmen profitieren nicht nur seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern zahlreiche Lebensgemeinschaften insgesamt und auch das Landschaftsbild.

Die Naturausstattung im Neckar-Odenwald-Kreis reicht von sehr feuchten Standorten (Naturschutzgebiet „Roberner See“, Naturschutzgebiet „Lappen und Eiderbachgraben“) bis zu den kargen Trockenhängen bei Mosbach und Hardheim, sie bietet für schützenswerte Tier- und Pflanzenarten vielfältige Lebensräume.

Aufgabe des Regierungspräsidiums Karlsruhe ist es, diese wertvollen Lebensräume in Schutzgebieten zu erhalten, zu entwickeln und somit einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Land zu leisten.

In den Naturschutzgebieten „Hamberg“, „Henschelberg“ und im Natura 2000 -Gebiet „Mittel“ bei Mosbach und im Raum Hardheim waren in diesem Jahr wieder Schafe als vierbeinige Landschaftspfleger unterwegs.
Im Naturschutzgebiet „Lappen“ wurden Schlammflächen für die Zugvögel und Watvögel angelegt, kleinere Stauflächen geschaffen und mit einer zweimaligen Mahd der Wiesen als Pflegemaßnahme kann sich nun wieder eine vielfältige offene Lebensgemeinschaft entwickeln.
Im Naturschutzgebiet „Laubertal“ wurde ein weiterer Teil der Wacholderheide von Bäumen und Gestrüpp befreit, ebenso im „Waldstetter Tal“ und am „Klettenberg“ bei Mosbach.

Insgesamt konnten im Neckar-Odenwald-Kreis zahlreiche Naturschutzprojekte erfolgreich durchgeführt werden.
Doch nicht nur in Schutzgebieten ist das Naturschutzreferat aktiv. Im Rahmen des Artenschutzprogramms (ASP) des Landes Baden-Württemberg werden auch außerhalb von Schutzgebieten Maßnahmen zum Erhalt wertvoller Arten ergriffen. Dabei handelt es sich um eine Art „Feuerwehrprogramm“, mit dem das landesweite Überleben der am stärksten bedrohten Arten gesichert werden soll. Bei Neckarzimmern werden beispielsweise Biotope für eine seltene Bienenart, die Französische Mauerbiene, gepflegt, die in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht ist.

Neben den vom Naturschutzreferat direkt durchgeführten Landschaftspflegemaßnahmen unterstützt das Regierungspräsidium im Rahmen des Kreispflegeprogramms auch Landschaftspflegearbeiten der Vereine und Gemeinden im Landkreis. Die Gemeinden und die Vereine erhalten auf Antrag 50 bis 70 Prozent der Kosten für die Pflegemaßnahmen als Zuschuss. Die Anträge können bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis gestellt werden. Nachdem die UNB die Förderfähigkeit in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium geprüft hat, werden die Pflegeprojekte ausgewählt.

Einige Naturschutzprojekte werden mit finanzieller Unterstützung des Regierungspräsidiums Karlsruhe von Vereinen angepackt: Der Odenwaldklub Hardheim (OWK) unterstützt tatkräftig die Gemeindearbeiter in den Schutzgebieten um Hardheim mit Pflegemaßnahmen auf den Wacholderheiden.

Auch 2009 sollen wieder einige neue Projekte auf den Weg gebracht werden:
So stehen beispielsweise Erstpflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet „Hochhausener Weinberge“ bei Haßmersheim an. Hier sollen ehemalige Obstwiesenflächen, die im Laufe der Zeit aufgrund fehlender Nutzung mit Sträuchern und Gebüsch zugewachsen sind, freigestellt werden. Damit die licht- und trockenheitsliebenden Pflanzen und Tiere des „Masseldornhangs“ bei Mosbach wieder gute Lebensbedingungen vorfinden, werden Gestrüpp und Gebüsch entfernt, im „Hessental“ bei Mosbach wird - bevor auch hier die Fläche allmählich zuwächst - nach mehreren Jahren ohne Nutzung wieder gemäht und schließlich wird auch in Neckarzimmern ein weiterer Teil der Trockenmauern wieder freigestellt.
Die Pflege verbessert die Lebensbedingungen von zahlreichen Tieren und Pflanzen. Vögel, Schmetterlinge, Heuschrecken und Libellen bereichern die Landschaft. Die Beispiele zeigen, dass durch die Zusammenarbeit vieler Akteure wertvolle Flächen für den Naturschutz im Landkreis erhalten und entwickelt werden können.

Bei Fragen und Vorschlägen zur Landschaftspflege wenden Sie sich bitte an die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis oder an das Referat 56, Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Karlsruhe (Tel. 0721 926-4346).

RP Karlsruhe, 23.1.09

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
Badische Heimat aktuell
 
Aktuelles aus dem Verein
Nachrichten aus dem Land - tagesaktuell veröffentlicht bei Landeskunde online
Badische Heimat aktiv
 

Landeskunde online
Badische Heimat aktuell
Das Online-Magazin
Dossiers
Denkmalschutzpreis
Straße der Industriekultur
Kulturerbe des Landes
Buchbesprechungen
Texte
Forschungen und Darstellungen
Themen und Regionen
Bildwelten

 
Mit freundlicher Unterstützung durch
mehr zum Thema

Pssst!Wildtiere brauchen jetzt im Winter Ruhe!

Sauber: Gemüsebetrieb produziert beim Waschen von Kohl und Karotten Strom

Energieholz auf landwirtschaftlichen Flächen hat positive Umweltwirkungen

Klimawandel macht Anpassung notwendig 

Junge Visionen zur Zukunft des Waldes

Gefahr für Rotbuche und Traubeneiche?

Dick und rund und alt - Wissenschaftler setzen auf breiteAnwendung von Starkholz.

Technik

Den kostenlosen Real-Player erhalten Sie bei www.real.com

wmv-Dateien spielen Sie mit dem in Windows enthaltenen Media-Player oder anderen Programmen ab.

 

   

Startseite | Kontakt | Impressum | © Badische Heimat 2008