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Aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe Tierisch gut! - Irmela Maier und Thomas
Putze in der Jungen Kunsthalle, Karlsruhe
Eine außergewöhnliche und einmalige Gelegenheit
bietet sich Lehrern und Schülern
derzeit in der Staatlichen Kunsthalle.
Das Kindermuseum im Hauptgebäude zeigt noch bis 3.
Mai die Ausstellung „Schwein gehabt“.
Doch ab dem 28. Februar wird diese durch „Tierisch
gut“ in der neu eröffneten und aus dem Kindermuseum
erwachsenen Jungen Kunsthalle in der Hans-Thoma-Str. 4
bereichert. Wir wollten das Kindermuseum umbenennen, da
sich jugendliche Besucher in unseren Augen zu wenig angesprochen
fühlten. Die Neueröffnung des Museums im eigenen
Gebäude ist hierfür der beste Anlass.
Zwei Ausstellungen zum Thema „Tier“ bieten
ungeheuer vielfältige Möglichkeiten der Inspiration
und des Erlebens.
„Schwein gehabt“ erfreut sich seit Anfang
Dezember 2008 bereits großer Beliebtheit. Hier erforschen
die jungen Besucher auf Gemälden des 17. - 20. Jh.
unterschiedliche Tierarten und deren Lebensräume.
Wissenskästen sind gefüllt mit Materialien zum
Fühlen, Riechen, Hören und auch Lesen. Tierkostüme,
-masken und -handpuppen animieren zur Aufführung selbstinszenierter
Stücke.
In „Tierisch gut“ führen Irmela Maier
und Thomas Putze, zwei Bildhauer aus der Region, das Thema
fort und zeigen Tierplastiken in unnachahmlicher und eindringlicher
Weise.
Nähert man sich dem historischen Gebäude durch
den Botanischen Garten, begrüßt bereits ein überlebensgroßer,
800 kg schwerer Gorilla aus Holz von Thomas Putze mit spielbereitem
Akkordeon die Besucher. Welch’ Auftakt! Innen ist
jeder Raum von einer ganz eigenen Atmosphäre erfüllt.
Irmela Maiers Affen hocken auf dem Boden oder haben ein
ruhiges Plätzchen auf einem Sockel an der Wand gefunden.
Man fühlt sich wie magisch angezogen von den zotteligen,
melancholisch wirkenden Orang Utans. Still und nachdenklich
sitzen sie da und nehmen Kontakt auf, wie es die Künstlerin
viele Male bereits im Zoo selbst erlebt hat. Was die Gruppe
der Orang Utans an Ruhe ausstrahlt, transportieren die
Kattas an Aufmerksamkeit, Neugier gar Unruhe.
Einzelne Tiere haben sich getraut aus der Gruppe herauszutreten,
andere kauern zusammen, unsicher, was sie wohl erwarten
könnte. Die Köpfe der Tiere arbeitet die Künstlerin
aus Ton oder Holz. Diese spiegeln sehr eindringlich wider,
wie intensiv Sie die Physiognomie und Persönlichkeit
ihrer Modelle zuvor beobachtet hat. Die Körper sind
aus Hasendraht geformt und mit weggeworfenen Alltagsgegenständen „gefüllt“.
Plastikflaschen finden sich hier genauso wie Spielsachen
oder Blechbüchsen.
Irmela Maier studierte an der Staatlichen Akademie, Stuttgart,
der Academie des Beaux Arts, Paris, und der Saint Martin“s
School of Art, London. Seit 1988 arbeitet sie in der Ateliergemeinschaft
Wilhelmshöhe in Ettlingen.
Thomas Putze verbindet beispielsweise Waschmaschinenschläuche,
Pflastersteine oder Motorenteile und Fundstücke vom
Schrottplatz, mit von ihm grob zu gesägten Holzklötzen
so genial, dass skurrile, witzige und mehrdeutige Tierplastiken
entstehen. Assoziationen mit menschlichen Eigenschaften
oder Charakterzügen stellen sich beim Betrachten unwillkürlich
ein und lassen immer wieder neue Konstellationen und Zusammenkünfte
der Figuren entstehen.

Beide Künstler erreichen durch die besondere Verwendung
bestimmter Materialien oder deren Bearbeitung eine verblüffende
Wirkung in der Wahrnehmung. Aus hartem, sprödem Material
wird die Illusion von flaumigem Gefieder oder weichem Fell
erzeugt. Nähert man sich beispielsweise einem Pinguin ähnlichen
Wesen von Thomas Putze, wird der flauschige Körper
aus der Ferne zum harten, rauen Betonklotz. Ähnlich
verblüffend ist die optische „Verwandlung“ des
rotbraunen Affenfells in üppig gelegte Kupferdrahtstränge
bei Irmela Maiers Affen. Zeichnungen, Skizzen und großformatige
Malerei ergänzen die dreidimensionalen Arbeiten beider
Künstler.
Eine besondere Attraktion für Schülerinnen und
Schüler wird das Areal mit verschiedenen Objekten
und Fundstücken. Hier können unterschiedlichste
Formen und Materialien immer wieder zu neuen „Tiererfindungen“ zusammengefügt
werden. Ganz nebenbei wird so die Arbeitsweise von Thomas
Putze nachvollzogen. Eine bestückte Werkbank in einem
anderen Raum lässt die Atelieratmosphäre von
Irmela Maier lebendig werden. Der Besuch der Ausstellung „Tierisch
gut“ bietet die Möglichkeit aller Arbeitsphasen „ vom
ersten Kontakt mit den Tieren, über das Skizzieren,
Malen, Geschichten Erzählen, bis hin zum dreidimensionalen
Arbeiten in der Werkstatt, die speziell für diese
Ausstellung für einen Termin täglich reserviert
sein wird.
Workshops mit den Künstlern, ein mehrtägiger
Kurs, der die Schüler in den Zoo und das Naturkundemuseum
und natürlich in die Junge Kunsthalle führt sowie
Wochenendveranstaltungen werden die Ausstellung sehr lebendig
halten. Eine Kombination beider Ausstellungen bietet sich
natürlich ebenfalls an.
Um die Ausstellung und die museumspädagogischen
Begleitangebote vorzustellen, lädt die Kunsthalle Lehrerinnen
und Lehrer sehr herzlich am Mittwoch, 11. März
2009, um 18.00 Uhr, in die Junge Kunsthalle ein. Die
Teilnahme
an
der
Veranstaltung ist kostenlos. Um kurze Ankündigung der Teilnahme
wird gebeten.
Dauer des Museumsbesuches: 3 Stunden
Mit Werkstattbenutzung: Beginn 9:00 Uhr
Kosten: € 3.50,-
Alter: ab 5 Jahren
Ausstellungsdauer: 28.2. - 13.9.2009
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Hans-Thoma-Straße 2-6
76133 Karlsruhe
Tel.: 0721 / 926 3370 Fax: 0721 / 926 2573
Email: muse@kunsthalle-karlsruhe.de
Internet: www.kunsthalle-karlsruhe.de
Öffnungszeiten der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe:
Di-Fr 10-17 Uhr, Sa, So, Fei 10-18 Uhr
Anmeldung und Information: 0721 / 926 3370
Bilder: Irmela Maier: Orang Utan, Thomas Putze: Pinguine.
© Kunsthalle Karlsruhe
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