Landesverein Badische Heimat e.V.

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1/2009

Aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Tierisch gut! - Irmela Maier und Thomas Putze in der Jungen Kunsthalle, Karlsruhe

Eine außergewöhnliche und einmalige Gelegenheit bietet sich Lehrern und Schülern derzeit in der Staatlichen Kunsthalle.

Das Kindermuseum im Hauptgebäude zeigt noch bis 3. Mai die Ausstellung „Schwein gehabt“.

Doch ab dem 28. Februar wird diese durch „Tierisch gut“ in der neu eröffneten und aus dem Kindermuseum erwachsenen Jungen Kunsthalle in der Hans-Thoma-Str. 4 bereichert. Wir wollten das Kindermuseum umbenennen, da sich jugendliche Besucher in unseren Augen zu wenig angesprochen fühlten. Die Neueröffnung des Museums im eigenen Gebäude ist hierfür der beste Anlass.

Zwei Ausstellungen zum Thema „Tier“ bieten ungeheuer vielfältige Möglichkeiten der Inspiration und des Erlebens.

„Schwein gehabt“ erfreut sich seit Anfang Dezember 2008 bereits großer Beliebtheit. Hier erforschen die jungen Besucher auf Gemälden des 17. - 20. Jh. unterschiedliche Tierarten und deren Lebensräume. Wissenskästen sind gefüllt mit Materialien zum Fühlen, Riechen, Hören und auch Lesen. Tierkostüme, -masken und -handpuppen animieren zur Aufführung selbstinszenierter Stücke.

In „Tierisch gut“ führen Irmela Maier und Thomas Putze, zwei Bildhauer aus der Region, das Thema fort und zeigen Tierplastiken in unnachahmlicher und eindringlicher Weise.

Nähert man sich dem historischen Gebäude durch den Botanischen Garten, begrüßt bereits ein überlebensgroßer, 800 kg schwerer Gorilla aus Holz von Thomas Putze mit spielbereitem Akkordeon die Besucher. Welch’ Auftakt! Innen ist jeder Raum von einer ganz eigenen Atmosphäre erfüllt.

Irmela Maier: Orang UtanIrmela Maiers Affen hocken auf dem Boden oder haben ein ruhiges Plätzchen auf einem Sockel an der Wand gefunden. Man fühlt sich wie magisch angezogen von den zotteligen, melancholisch wirkenden Orang Utans. Still und nachdenklich sitzen sie da und nehmen Kontakt auf, wie es die Künstlerin viele Male bereits im Zoo selbst erlebt hat. Was die Gruppe der Orang Utans an Ruhe ausstrahlt, transportieren die Kattas an Aufmerksamkeit, Neugier gar Unruhe.

Einzelne Tiere haben sich getraut aus der Gruppe herauszutreten, andere kauern zusammen, unsicher, was sie wohl erwarten könnte. Die Köpfe der Tiere arbeitet die Künstlerin aus Ton oder Holz. Diese spiegeln sehr eindringlich wider, wie intensiv Sie die Physiognomie und Persönlichkeit ihrer Modelle zuvor beobachtet hat. Die Körper sind aus Hasendraht geformt und mit weggeworfenen Alltagsgegenständen „gefüllt“. Plastikflaschen finden sich hier genauso wie Spielsachen oder Blechbüchsen.

Irmela Maier studierte an der Staatlichen Akademie, Stuttgart, der Academie des Beaux Arts, Paris, und der Saint Martin“s School of Art, London. Seit 1988 arbeitet sie in der Ateliergemeinschaft Wilhelmshöhe in Ettlingen.

Thomas Putze verbindet beispielsweise Waschmaschinenschläuche, Pflastersteine oder Motorenteile und Fundstücke vom Schrottplatz, mit von ihm grob zu gesägten Holzklötzen so genial, dass skurrile, witzige und mehrdeutige Tierplastiken entstehen. Assoziationen mit menschlichen Eigenschaften oder Charakterzügen stellen sich beim Betrachten unwillkürlich ein und lassen immer wieder neue Konstellationen und Zusammenkünfte der Figuren entstehen.

Thomas Putze: Pinguine

Beide Künstler erreichen durch die besondere Verwendung bestimmter Materialien oder deren Bearbeitung eine verblüffende Wirkung in der Wahrnehmung. Aus hartem, sprödem Material wird die Illusion von flaumigem Gefieder oder weichem Fell erzeugt. Nähert man sich beispielsweise einem Pinguin ähnlichen Wesen von Thomas Putze, wird der flauschige Körper aus der Ferne zum harten, rauen Betonklotz. Ähnlich verblüffend ist die optische „Verwandlung“ des rotbraunen Affenfells in üppig gelegte Kupferdrahtstränge bei Irmela Maiers Affen. Zeichnungen, Skizzen und großformatige Malerei ergänzen die dreidimensionalen Arbeiten beider Künstler.

Eine besondere Attraktion für Schülerinnen und Schüler wird das Areal mit verschiedenen Objekten und Fundstücken. Hier können unterschiedlichste Formen und Materialien immer wieder zu neuen „Tiererfindungen“ zusammengefügt werden. Ganz nebenbei wird so die Arbeitsweise von Thomas Putze nachvollzogen. Eine bestückte Werkbank in einem anderen Raum lässt die Atelieratmosphäre von Irmela Maier lebendig werden. Der Besuch der Ausstellung „Tierisch gut“ bietet die Möglichkeit aller Arbeitsphasen „ vom ersten Kontakt mit den Tieren, über das Skizzieren, Malen, Geschichten Erzählen, bis hin zum dreidimensionalen Arbeiten in der Werkstatt, die speziell für diese Ausstellung für einen Termin täglich reserviert sein wird.

Workshops mit den Künstlern, ein mehrtägiger Kurs, der die Schüler in den Zoo und das Naturkundemuseum und natürlich in die Junge Kunsthalle führt sowie Wochenendveranstaltungen werden die Ausstellung sehr lebendig halten. Eine Kombination beider Ausstellungen bietet sich natürlich ebenfalls an.

Um die Ausstellung und die museumspädagogischen Begleitangebote vorzustellen, lädt die Kunsthalle Lehrerinnen und Lehrer sehr herzlich am Mittwoch, 11. März 2009, um 18.00 Uhr, in die Junge Kunsthalle ein. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um kurze Ankündigung der Teilnahme wird gebeten.

Dauer des Museumsbesuches: 3 Stunden
Mit Werkstattbenutzung: Beginn 9:00 Uhr
Kosten: € 3.50,-
Alter: ab 5 Jahren
Ausstellungsdauer: 28.2. - 13.9.2009

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Hans-Thoma-Straße 2-6
76133 Karlsruhe
Tel.: 0721 / 926 3370 Fax: 0721 / 926 2573
Email: muse@kunsthalle-karlsruhe.de
Internet: www.kunsthalle-karlsruhe.de

Öffnungszeiten der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe: Di-Fr 10-17 Uhr, Sa, So, Fei 10-18 Uhr
Anmeldung und Information: 0721 / 926 3370

Bilder: Irmela Maier: Orang Utan, Thomas Putze: Pinguine. © Kunsthalle Karlsruhe

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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