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Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Ein Haus für die Jugend und die Kunst
Neueröffnung Junge Kunsthalle
Das Karlsruher Kindermuseum gehört neben den Kindermuseen
in Berlin und Frankfurt zu den ältesten Einrichtungen
dieser Art in der Bundesrepublik. Bereits 1973 lockte die
erste Ausstellung „Museum macht Spaß“ junge
Besucher zu Alten Meistern. Fortan folgten Jahr für
Jahr eine oder auch mehrere Ausstellungen für das junge
Publikum. Seit nahezu 20 Jahren etablieren sich nun in Deutschland
Kindermuseen, und das Karlsruher Vorbild gilt vielen auch
heute noch als Standard.
Kunst- und kulturhistorische Inhalte vom Mittelalter bis
zur Gegenwart, immer in Beziehung zu den Originalen der Sammlung
betrachtet, werden hier methodisch so aufgearbeitet, dass
es eine Lust für Kinder und Jugendliche ist, sich diese
selbst zu erschließen. Junge Menschen werden hier früh
mit Kunst und Kultur in Berührung gebracht und erfahren
dabei Kultur als Teil ihrer eigenen Identität. Abhängig
von der jeweiligen Ausstellung knüpfen unterschiedliche
Lern- und Spielbereiche an die Lebenswelt der Kinder und
Jugendlichen an. Wahrnehmen und Erkennen durch die Aktivierung
mehrerer Sinne verspricht größere Intensität
und so wird ein Besuch des Kindermuseums auch immer zu einem
sinnlichen Erlebnis, bei dem die Besucher selbst zu Akteuren
werden und sich kreativ betätigen. Wissen wird spielerisch
vermittelt, so dass Lernen hier stress- und angstfrei geschieht.
Bis 2005 war das Kindermuseum in der Carrera der Orangerie
untergebracht, was den Vorzug hatte, dass nicht nur Kinder,
sondern auch Eltern schon auf dem Weg zum Kindermuseum moderner
Kunst begegneten. Für viele wurde dadurch der Umgang
mit Kunst allmählich zur Selbstverständlichkeit.
Zahlreiche Ausstellungen fanden in diesem großzügigen
Ambiente statt, zum Beispiel: „Als Großmama ein
Backfisch war“ (1975); „Felix strickt und Katrin
kickt“ (1979); „Karlsruher Kinder im Dritten
Reich“ (1982/83); „Aus dem Rahmen gefallen. Bilder
erleben in lebenden Bildern“ (1987/88); „Meine
Güte, was für Hüte!“ (1993/94); „Jeder
denkt, die sind perdü! Aber nein noch leben sie! Wilhelm
Busch für Kinder“ (1999/2000); „Loplops
Traum – Die phantastische Welt des Max Ernst“(2000)
und „Wilde Tiere, Orient und Abendland. Geschichten
zu Bildern Eugène Delacroix’“ (2003/04).
Die Neugestaltung der Orangerie bedingte eine zwischenzeitliche
Unterbringung im Hauptgebäude bis zum Umbau der dafür
vorgesehenen Räumlichkeiten im Haus zwischen Hauptgebäude
und Orangerie. In dieser Zeit begleitete das Kindermuseum
die Studio-Ausstellung zu Dubuffet (2005) und im Anschluss
die Große Landesausstellung (2005/06) zu Teniers mit
der „Kleinen Teniers-Welt“. Es folgten „Gemalte
Städte. Malerei und Tüten-Kunst von Thitz“ (2006)
und im selben Jahr „Kinder, Kinder. Künstler sehen
Kinder. Kinder sehen sich selbst“. Großartige
Schauen wie „Wald-Meister. Bilder vom Wald“ (2007)
und „Mathis hat’s gemacht“, die Große
Landesausstellung zu Grünewald begleitend (2007/08),
und „Körper – gewickelt, gegossen, geschweißt“ (2008)
sowie die derzeitige Ausstellung „Schwein gehabt. Eine
kleine Tierschau im Museum“ setzten die Reihe der weit über
50 Ausstellungen im Kindermuseum fort.
Jetzt ist es endlich so weit, und das Kindermuseum kann
eigene Räume im Erdgeschoss der ehemaligen Villa des
Gartendirektors an der Hans-Thoma-Straße beziehen.
Während sich in der ersten Etage noch die Büros
der Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit
befinden, ist das Erdgeschoss entkernt worden und bietet
mit seinen offenen und hellen Räumen neue Möglichkeiten,
Ausstellungen für ein junges Publikum zu zeigen – die
Premiere „Tierisch gut!“ präsentiert Tierskulpturen
von Irmela Maier und Thomas Putze. In einer zweiten Bauphase
soll auch das Obergeschoss der Villa für das Kindermuseum
baulich verändert werden. Die Lage zwischen Hauptgebäude
und Orangerie der Kunsthalle wirkt verbindend in beide Richtungen,
gleichzeitig öffnet sich das neue Museum zum Park.
Das Kindermuseum zählt seit jeher Kinder ab dem Vorschulalter,
aber auch Jugendliche und Erwachsene zu seinen Besuchern.
Als Kommunikationsort soll es junge Menschen anziehen. Der
Umzug bot deshalb den Anlass, das Kindermuseum in „Junge
Kunsthalle“ umzubenennen. Gleich einer Museumsmeile
reihen sich jetzt die verschiedenen Gebäude der Kunsthalle
in der Hans-Thoma-Strasse aneinander und die Junge Kunsthalle
steht mittendrin!
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