Landesverein Badische Heimat e.V.

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1/2009

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Ein Haus für die Jugend und die Kunst

Neueröffnung Junge Kunsthalle

Das Karlsruher Kindermuseum gehört neben den Kindermuseen in Berlin und Frankfurt zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in der Bundesrepublik. Bereits 1973 lockte die erste Ausstellung „Museum macht Spaß“ junge Besucher zu Alten Meistern. Fortan folgten Jahr für Jahr eine oder auch mehrere Ausstellungen für das junge Publikum. Seit nahezu 20 Jahren etablieren sich nun in Deutschland Kindermuseen, und das Karlsruher Vorbild gilt vielen auch heute noch als Standard.

Kunst- und kulturhistorische Inhalte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, immer in Beziehung zu den Originalen der Sammlung betrachtet, werden hier methodisch so aufgearbeitet, dass es eine Lust für Kinder und Jugendliche ist, sich diese selbst zu erschließen. Junge Menschen werden hier früh mit Kunst und Kultur in Berührung gebracht und erfahren dabei Kultur als Teil ihrer eigenen Identität. Abhängig von der jeweiligen Ausstellung knüpfen unterschiedliche Lern- und Spielbereiche an die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen an. Wahrnehmen und Erkennen durch die Aktivierung mehrerer Sinne verspricht größere Intensität und so wird ein Besuch des Kindermuseums auch immer zu einem sinnlichen Erlebnis, bei dem die Besucher selbst zu Akteuren werden und sich kreativ betätigen. Wissen wird spielerisch vermittelt, so dass Lernen hier stress- und angstfrei geschieht.

Bis 2005 war das Kindermuseum in der Carrera der Orangerie untergebracht, was den Vorzug hatte, dass nicht nur Kinder, sondern auch Eltern schon auf dem Weg zum Kindermuseum moderner Kunst begegneten. Für viele wurde dadurch der Umgang mit Kunst allmählich zur Selbstverständlichkeit.

Zahlreiche Ausstellungen fanden in diesem großzügigen Ambiente statt, zum Beispiel: „Als Großmama ein Backfisch war“ (1975); „Felix strickt und Katrin kickt“ (1979); „Karlsruher Kinder im Dritten Reich“ (1982/83); „Aus dem Rahmen gefallen. Bilder erleben in lebenden Bildern“ (1987/88); „Meine Güte, was für Hüte!“ (1993/94); „Jeder denkt, die sind perdü! Aber nein noch leben sie! Wilhelm Busch für Kinder“ (1999/2000); „Loplops Traum – Die phantastische Welt des Max Ernst“(2000) und „Wilde Tiere, Orient und Abendland. Geschichten zu Bildern Eugène Delacroix’“ (2003/04).

Die Neugestaltung der Orangerie bedingte eine zwischenzeitliche Unterbringung im Hauptgebäude bis zum Umbau der dafür vorgesehenen Räumlichkeiten im Haus zwischen Hauptgebäude und Orangerie. In dieser Zeit begleitete das Kindermuseum die Studio-Ausstellung zu Dubuffet (2005) und im Anschluss die Große Landesausstellung (2005/06) zu Teniers mit der „Kleinen Teniers-Welt“. Es folgten „Gemalte Städte. Malerei und Tüten-Kunst von Thitz“ (2006) und im selben Jahr „Kinder, Kinder. Künstler sehen Kinder. Kinder sehen sich selbst“. Großartige Schauen wie „Wald-Meister. Bilder vom Wald“ (2007) und „Mathis hat’s gemacht“, die Große Landesausstellung zu Grünewald begleitend (2007/08), und „Körper – gewickelt, gegossen, geschweißt“ (2008) sowie die derzeitige Ausstellung „Schwein gehabt. Eine kleine Tierschau im Museum“ setzten die Reihe der weit über 50 Ausstellungen im Kindermuseum fort.

Jetzt ist es endlich so weit, und das Kindermuseum kann eigene Räume im Erdgeschoss der ehemaligen Villa des Gartendirektors an der Hans-Thoma-Straße beziehen. Während sich in der ersten Etage noch die Büros der Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit befinden, ist das Erdgeschoss entkernt worden und bietet mit seinen offenen und hellen Räumen neue Möglichkeiten, Ausstellungen für ein junges Publikum zu zeigen – die Premiere „Tierisch gut!“ präsentiert Tierskulpturen von Irmela Maier und Thomas Putze. In einer zweiten Bauphase soll auch das Obergeschoss der Villa für das Kindermuseum baulich verändert werden. Die Lage zwischen Hauptgebäude und Orangerie der Kunsthalle wirkt verbindend in beide Richtungen, gleichzeitig öffnet sich das neue Museum zum Park.

Das Kindermuseum zählt seit jeher Kinder ab dem Vorschulalter, aber auch Jugendliche und Erwachsene zu seinen Besuchern. Als Kommunikationsort soll es junge Menschen anziehen. Der Umzug bot deshalb den Anlass, das Kindermuseum in „Junge Kunsthalle“ umzubenennen. Gleich einer Museumsmeile reihen sich jetzt die verschiedenen Gebäude der Kunsthalle in der Hans-Thoma-Strasse aneinander und die Junge Kunsthalle steht mittendrin!

 

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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