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Ökologie & Natur
Energieholz auf landwirtschaftlichen
Flächen hat positive Umweltwirkungen
Waldökologen des von Thünen-Instituts
(vTI) stellen hohe Artenvielfalt fest / Deutsch-schwedisches
Projekt soll
vertiefte Informationen liefern
Energieholz von landwirtschaftlichen Flächen kann einen
wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Bioenergie
leisten. Die Energieholzproduktion erfolgt meist mit Pappeln
und Weiden im Kurzumtrieb. Dabei wird die oberirdische Biomasse
in Abständen von wenigen Jahren genutzt, und die Bäume
schlagen wieder aus. Wenig war bisher bekannt zu den Umweltwirkungen
des Energieholzanbaus.
Ergebnisse des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
geförderten Projekts NOVALIS und einer breit angelegten
Literaturstudie im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland
zeigen nun, dass der Anbau von Energieholz vorteilhafter
für den Bodenhaushalt und die Biodiversität ist
als der Anbau landwirtschaftlicher Energiepflanzen wie Raps
oder Mais. Gründe hierfür sind beispielsweise die
längere Bodenruhe, der geringere Einsatz von Dünge-
und Pflanzenschutzmitteln sowie die geringere Eingriffsintensität.
Beide Vorhaben wurden durch das Forschungszentrum Waldökosysteme
der Universität Göttingen bzw. die Göttinger
Bodeninitiative koordiniert. Das Johann Heinrich von Thünen-Institut
(vTI) untersuchte in diesem Rahmen die Pflanzenartenvielfalt
in Energieholzbeständen mit Pappeln auf acht Standorten
in Norddeutschland. Dabei fanden die Wissenschaftler des
vTI-Instituts für Waldökologie und Waldinventuren
heraus, dass Bestände mit nur 400 bis 800 Quadratmeter
Größe bereits fast alle Gefäßpflanzenarten
größerer Bestände beherbergen. Im Vergleich
zu anderen Landnutzungen wie Grünland oder Wald schneiden
Energieholzbestände in ihrer Artenvielfalt gut ab. "Die
positiven Wirkungen auf die Artenvielfalt zeigen sich vor
allem dann, wenn homogene Energieholzflächen nur wenige
Hektar umfassen, die Umtriebszeit variiert wird, unterschiedliche
Baumarten bzw. Klonsorten zum Einsatz kommen und Pflanzenschutzmittel
nicht oder nur im dringend benötigten Umfang eingesetzt
werden", sagt Professor Andreas Bolte vom vTI-Institut
in Eberswalde.
Die Forschungen werden seit Oktober 2008 durch das schwedisch-deutsche
Projekt RATING-SRC ergänzt und regional erweitert. In
den nächsten drei Jahren untersuchen die Forscher die
Wirkungen von Weiden- und Pappel-Energieholzbeständen
auf den Stoff- und Wasserhaushalt unterschiedlicher Standorte.
Zusätzlich wird die Artenvielfalt an Pflanzen und ausgewählten
Tierarten aufgenommen. Ziel ist, Bewertungsgrundlagen und
Bewertungsschemata für eine umweltverträgliche
Anlage und Bewirtschaftung von Energieholzbeständen
zu erstellen. Koordiniert wird das Gesamtprojekt von der
Schwedischen Landwirtschaftsuniversität (SLU) in Uppsala.
Das vTI-Institut für Waldökologie und Waldinventuren
in Eberswalde koordiniert die deutschen Partner, zu denen
Institute der Universitäten Rostock und Göttingen
gehören, die FH Eberswalde sowie zwei private Institute,
das Beckmann Institut für Bio-Produktionstechnologie
e.V. (BIOP) und das Büro für angewandte Landschaftsökologie
und Szenarienanalyse (BALSA).
Ermöglicht werden die Forschungen durch eine Förderung
der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) auf deutscher
Seite und die Unterstützung der schwedischen Partner
durch die Schwedischen Energieagentur (SEA). Das Gesamtprojekt
mit einem Fördervolumen von etwa 800.000 € läuft
im Rahmen des ERA-Net Bioenergy, das Teil des 7. Forschungsrahmenprogramms
der Europäischen Union ist. Dr. Michael Welling, Johann Heinrich von Thünen-Institut,
Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume,
Wald und Fischerei |