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1/2009

Ökologie & Natur

Energieholz auf landwirtschaftlichen Flächen hat positive Umweltwirkungen

Waldökologen des von Thünen-Instituts (vTI) stellen hohe Artenvielfalt fest / Deutsch-schwedisches Projekt soll vertiefte Informationen liefern

Energieholz von landwirtschaftlichen Flächen kann einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Bioenergie leisten. Die Energieholzproduktion erfolgt meist mit Pappeln und Weiden im Kurzumtrieb. Dabei wird die oberirdische Biomasse in Abständen von wenigen Jahren genutzt, und die Bäume schlagen wieder aus. Wenig war bisher bekannt zu den Umweltwirkungen des Energieholzanbaus.

Ergebnisse des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekts NOVALIS und einer breit angelegten Literaturstudie im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland zeigen nun, dass der Anbau von Energieholz vorteilhafter für den Bodenhaushalt und die Biodiversität ist als der Anbau landwirtschaftlicher Energiepflanzen wie Raps oder Mais. Gründe hierfür sind beispielsweise die längere Bodenruhe, der geringere Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie die geringere Eingriffsintensität. Beide Vorhaben wurden durch das Forschungszentrum Waldökosysteme der Universität Göttingen bzw. die Göttinger Bodeninitiative koordiniert. Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) untersuchte in diesem Rahmen die Pflanzenartenvielfalt in Energieholzbeständen mit Pappeln auf acht Standorten in Norddeutschland. Dabei fanden die Wissenschaftler des vTI-Instituts für Waldökologie und Waldinventuren heraus, dass Bestände mit nur 400 bis 800 Quadratmeter Größe bereits fast alle Gefäßpflanzenarten größerer Bestände beherbergen. Im Vergleich zu anderen Landnutzungen wie Grünland oder Wald schneiden Energieholzbestände in ihrer Artenvielfalt gut ab. "Die positiven Wirkungen auf die Artenvielfalt zeigen sich vor allem dann, wenn homogene Energieholzflächen nur wenige Hektar umfassen, die Umtriebszeit variiert wird, unterschiedliche Baumarten bzw. Klonsorten zum Einsatz kommen und Pflanzenschutzmittel nicht oder nur im dringend benötigten Umfang eingesetzt werden", sagt Professor Andreas Bolte vom vTI-Institut in Eberswalde.

Die Forschungen werden seit Oktober 2008 durch das schwedisch-deutsche Projekt RATING-SRC ergänzt und regional erweitert. In den nächsten drei Jahren untersuchen die Forscher die Wirkungen von Weiden- und Pappel-Energieholzbeständen auf den Stoff- und Wasserhaushalt unterschiedlicher Standorte. Zusätzlich wird die Artenvielfalt an Pflanzen und ausgewählten Tierarten aufgenommen. Ziel ist, Bewertungsgrundlagen und Bewertungsschemata für eine umweltverträgliche Anlage und Bewirtschaftung von Energieholzbeständen zu erstellen. Koordiniert wird das Gesamtprojekt von der Schwedischen Landwirtschaftsuniversität (SLU) in Uppsala. Das vTI-Institut für Waldökologie und Waldinventuren in Eberswalde koordiniert die deutschen Partner, zu denen Institute der Universitäten Rostock und Göttingen gehören, die FH Eberswalde sowie zwei private Institute, das Beckmann Institut für Bio-Produktionstechnologie e.V. (BIOP) und das Büro für angewandte Landschaftsökologie und Szenarienanalyse (BALSA).

Ermöglicht werden die Forschungen durch eine Förderung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) auf deutscher Seite und die Unterstützung der schwedischen Partner durch die Schwedischen Energieagentur (SEA). Das Gesamtprojekt mit einem Fördervolumen von etwa 800.000 € läuft im Rahmen des ERA-Net Bioenergy, das Teil des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union ist.

Dr. Michael Welling, Johann Heinrich von Thünen-Institut,
Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

Bild: Schwetzingen, Zirkelbau
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