Trachtenkunde als Arbeitsgebiet der Badischen Heimat

Die Erschließung des Bildarchivs

Grundbestand der Tracht

Zum Grundbestand der Tracht gehört für die Frau der weite, oft in Falten gelegte Rock, zu dem in der Regel eine Halbschürze getragen wird. Er wird entweder durch eine engsitzende kostümartige Jacke oder durch ein körpernah geschnittenes Mieder ergänzt.
Rock und Mieder zu einem ärmellosen Kleid ("Trägerkleid") zusammenzufügen ist eine jüngere Entwicklung. Den Kopf schmückt eine Haube, in deren Formenreichtum sich die eigentliche Variationsbreite der Trachten zeigt (Pelzhaube, Bänderhaube, Schleifenkappe, Hörnerkappe, Spitzhaube, Goldhaube, Radhaube).
einfache Kleidung des 18. Jahrhunderts:  Mieder mit Rock und Schürze

Gemüsehändlerin. Niederviller, Periode Comte de Custine, um 1770/75. Frankfurt, Museum für Kunsthandwerk

Die Männertracht besteht im alpenländischen Bereich vor allem aus hirsch- oder gamsledernen kurzen oder knielangen Hosen oder aus Anzügen aus grauem oder braunem Loden oder Tuch, im oberrheinischen Raum vor allem aus einem schwarzen, auch farbig abgesetzten Gehrock.

Besonderes Augenmerk gilt der Tracht der jungen unverheirateten Frauen, in der sich Formen- und Farbenreichtum besonders eindringlich zeigen. Auch über den oberrheinisch-schwarzwälder Bereich hinaus ist der Schäpel, die mit Blumen, Gold und Flitter besetzte Drahtkrone, die der Brautkrone der Jungfrau Maria nachempfunden ist, verbreitet. Auch die Tracht, die an weniger hohen Festtagen getragen wird, setzt sich in ihrer Farbigkeit und Auffälligkeit deutlich von der entsprechenden Tracht der verheirateten Frauen ab.

  • Tracht
  • Bemerkungen zum Begriff der Tracht
  • Herkunft der  bäuerlichen Tracht
  • Grundbestand der Trachten
  • Das "Dirndl"

zurück zur Übersicht