Baden im Buch |
|||||||||
Literatur über Baden |
|||||||||
| Wolfgang Hug: Geschichte Badens. 425 S., 95 Abb. und eine Zeittafel, 68,- DM, Theiß-Verlag Stuttgart, 1992 | |||||||||
|
Von vornherein zu bewundern ist der Mut des Autors, sich an eine Aufgabe zu machen, die in einem Band die Geschichte Badens umfaßt, und der Respekt gilt dem Verlag, der dieses Werk herausgebracht hat. Es ist wohl als sicher anzunehmen, daß Autor und Verlag für ihre Mühen belohnt werden, weil diese Geschichte Badens weite Verbreitung finden wird. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Außerhalb jeden Zweifels ist die Tatsache, daß diese Geschichte Badens "fällig" war. Alle ihre Vorgänge, so qualitätvoll sie im einzelnen auch sind, reichen nicht in die Gegenwart, weil sie zeitlich weit zurückliegen, zum ändern blieben sie Torso (Sütterlin) oder konzentrierten sich auf die Geschichte der Dynastien, oder sie sind wissenschaftliche Nachschlagewerke. Prof. Hug, ein vielfach ausgewiesener Kenner der Geschichte Badens und erfahrener Didaktiker zugleich, ließ sich bei der Konzeption des Werkes von Leitfragen bestimmen: 1. Wie sind die Menschen mit der Freiheit umgegangen, also das Problem, was die Badener aus ihrem liberalen Erbe gemacht haben. 2. Wie sah die Lebenswelt der Menschen aus? Was waren die Auswirkungen des Humanismus, der Reformation, Aufklärung und des Reformabsolutismus? Was verhalf Baden letztendlich zu seinem Ruf als "Musterländle"? 3. Was für Innovationen auf dem Gebiet des Geistes, der Kultur und Technik verdanken wir den Menschen dieses Raumes? Diese Erörterungen führen von der Kultur der Reichenau bis zu Hans Thoma, zu Drais und Benz, oder von Hermann dem Lahmen über Hertz bis zu Heidegger. 4. Welche Konflikte hatten die Menschen im Laufe der Geschichte zu bestehen? Investiturstreit, Bauernkrieg, Dreißigjähriger Krieg, die Franzosenkriege, die Revolution 1848/49, die soziale Frage u. v. m. gehören hierher. Ein großes Programm also, das hier neben den rein historischen Fakten bewältigt werden wollte und die Gliederung des Buches bestimmte, das folgende große Abschnitte aufweist: 1. Südwestdeutsches Erbe aus Altertum und Mittelalter, 2. Von der Vielfalt der Territorien zur Einigung Badens, 3. Baden als Großherzogtum und liberales Musterland, 4. Umbruch und Wandel Badens im 20. Jahrhundert. Das sind vier Teile zu je zehn Kapiteln und ergeben in der Summe die vierzig Bauteile, aus denen das Buch zusammengesetzt ist. Daß ein Anhang mit Literatur, Zeittafel, Stammtafeln, Personenregister, Bildernachweis und Nachweis der Zitate das Werk abschließt, ist selbstverständlich. Natürlich war sich der Autor bewußt, daß die Schwierigkeit des Schreibens darin bestand, alles zu einer Einheit zu "komponieren". Und es ist klar, daß er bei der Komplexität des Inhaltes den Mut zur Lücke haben mußte, d. h., daß er Kürzungen mancher Kapital zugunsten anderer vornehmen mußte. Prof. Hug schreibt deshalb in seiner Einleitung, daß diese Geschichte subjektive Züge trägt, was zu akzeptieren ist, denn anders kann man wohl Geschichte nicht schreiben. Und so endet die Einleitung mit folgenden Worten: "Das Ganze sollte keine buchhalterische Chronik der Verläufe werden, vielmehr ging es darum, die Zusammenhänge aufzuhellen und sie kritisch zu durchleuchten, der Wahrheit verpflichtet, wenngleich wir uns der Wahrheit bestenfalls annähern können." Ist dieses Vorhaben nun gelungen? Diese Frage ist mit einem klaren Ja zu beantworten. Vor allen Dingen hat der Autor eine "lesbare" Geschichte Badens geschrieben, flüssig in guter Sprache und interessant. Diese Tatsache wird dem Buch zusätzliche Leser gewinnen. Hervorzuheben ist auch die Einbindung badischer in die Zusammenhänge europäischer Geschichte. Prof. Hug, den in seinen vorhergehenden Publikationen besonders die Sozialgeschichte, die Lebensverhältnisse beschäftigten, tut dies auch in diesem Buch. Das wird deutlich in den Kapiteln, die den Südbadener besonders interessierten. Es ist ihm der Beweis gelungen, aufzuzeigen, daß unser kleines Land eine große Geschichte hat. Und dies war besonders notwendig in dem Jahr des 40jährigen Jubiläums des Landes Baden-Württemberg. Dafür sei Prof. Dr. Wolfgang Hug herzlicher Dank gesagt. |
|
||||||||
|
|||||||||
Zurück:
Startseite - Baden
Register - Impressum
zur ZUM
© Badische Heimat 2003