Das Heft "Badische Heimat"

Abstracts aus Heft 3/2015

Badische Heimat Heft 3/2013Bruchsal 2015 - Heimattage bewegen
Andrea Bacher-Schäfer

Die Autorin befasst sich mit der Herangehensweise an das Thema Heimattage Baden- Württemberg 2015 und ihrer Umsetzung in Bruchsal. Wie wurde die Bürgerschaft eingebunden, welche Projekte wurden entwickelt, wie hoch ist der Stellenwert von »Heimat« in der Gesellschaft? Welche Möglichkeiten ergeben sich für eine Stadt?

Bruchsal: Wiederaufbau und Neugestaltung einer Stadt
Kurt Lupp

Das heutige Bruchsal ist wieder zu einer lebendigen Stadt geworden. Die Kriegszerstörung 1945 hat aber ihr Gesicht völlig verändert, auch wenn früh schon die Entscheidung getroffen wurde, beim Wiederaufbau die Erhaltung des historisch gewachsenen barocken Stadtgrundrisses anzustreben. Der Artikel untersucht kritisch, ob und in welcher Form letztlich das verwirklicht wurde, was die Stadtplaner nach dem Krieg vorgedacht hatten. Neben vielem Guten zeigt er dabei auch Entscheidungen, welche die Absicht, auf der historischen Stadtlandschaft aufzubauen, in Frage stellen.

»Schwierige Aspekte der Heimatgeschiehte«
Gedenken an den 75. Jahrestag der Deportation der badischen Juden nach Gurs und an die Kriegszerstörung von Bruchsal am 1. März 1945 im Rahmen der Heimattage
Thomas Adam /Gerhard Layer/ Peter Huber

Nicht nur unbeschwertes Feiern unter dem Vorzeichen der Heimattage, auch kritisches Hinterfragen von problematischen Aspekten der Regionalgeschichte gehören in Bruchsal erklärtermaßen zum Spektrum der Heimattageveranstaltungen 2015. Am Beispiel der Deportation nach Gurs 1940 (75. Jahrestag) wie auch der Kriegszerstörung von Bruchsal 1945 (70. Jahrestag) umreißt der Beitrag die entsprechenden Bemühungen der Stadt und ihre historischen Hintergründe.

Gibt's kein höheres Übel doch als den Verlust der Heimat
(Euripides, um 431 v. Ghr.) Gedenkarbeit für die Opfer des Nationalsozialismus in Bruchsal
Rolf Schmitt

Der Autor befasst sich mit der Frage, was Verlust der Heimat bedeutet, insbesondere auch im Zusammenhang mit der Verfolgung unserer jüdischen Mitbürger zur Zeit des Nationalsozialismus. Er zeigt anhand von Beispielen aus Bruchsal, wie derer gedacht werden kann und muss, denen ihre Heimat genommen wurde.

Die Wiedereinrichtung der Beletage von Schloss Bruchsal
Petra Pechaček

Das 1945 stark zerstörte Schloss Bruchsal wurde in seiner äußeren Hülle wiederaufgebaut und mit den rekonstruierten Prunkräumen 1975feierlich wiedereröffnet. Architekten, Kunsthistoriker und Restauratoren sind nun dabei, auch die ehemaligen fürstbischöflichen Appartements mit dem geretteten Kunstgut wieder einzurichten. Dabei stützen sie sich auf historische Inventare, über 400 Bildquellen und die für Bruchsal nachweisbaren Kunstobjekte - darunter kostbare Roentgen-Möbel und über 38 Tapisserien. Der Abschluss der Arbeiten ist für Herbst 2016 geplant.

Bruchsal als Zentrum einer dynamischen Wirtschaftsregion
Stefan Huber mit einem Beitrag von Birgit Welge

Der Beitrag zeigt die Bemühungen der Regionalen Wirtschaftsförderung und der Stadt Bruchsal um Sicherung und Ausbau der ökonomischen Stärke der Region auf.

»Brot und Spiele«, um die Entwicklung der Stadt Bruchsal auf der Aufwärtsspirale zu verstetigen
Margrit Csiky

Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing müssen optimal Zusammenarbeiten, um ein Gemeinwesen zukunftsfähig zu gestalten. Das wichtigste Ziel der Stadt Bruchsal in der Nachkriegszeit war der Wiederaufbau. Die Ölkrise und der massive Stellenabbau bei der Firma Siemens in den 70er Jahren hatten zur Folge, dass als nächstes Ziel vor allem Mittelständler angesiedelt wurden. In den 80er Jahren wurde der Bruchsaler Innovations- und Gewerbepark gegründet. Die erfolgreichen Firmen konnten sich später im Technologie- und Ökologiedorf ansiedeln. Seit den 90er Jahren ist der Wettbewerb um Arbeitskräfte und ansiedlungswillige Firmen härter geworden. Mittels Stadtmarketing und gezielter Wirtschaftsförderung versuchen die Städte, ihre Stärken selbstbewusster zu kommunizieren. In Bruchsal gab Ende der 90er Jahre der Slogan »Innenstadt itn Wandel« die Richtung vor. Nach der Eröffnung der Rathausgalerie im Jahr 2010 hieß das Ziel dann »Lebendige Innenstadt«. Mit den Heimattagen hat diese Entwicklung sicherlich einen Höhepunkt erreicht.

Hier gibt's was für die Ohren
Ein kleiner geschichtlicher Streifzug durch das Bruchsaler Musikleben
Thomas Moos

Mit der Musik, laut Heinrich von Kleist die »Wurzel aller übrigen Künste«, ist die Stadt Bruchsal auf vielfältige Weise verbunden. Einerseits durch nicht wenige bekannte Komponisten und Interpreten, die hier geboren wurden oder hier tätig sind, andererseits durch eine Vielzahl von Vereinen, die sich schon seit vielen Generationen auf mannigfaltige Weise und teilweise auch auf internationalem Parkett mit der Tonkunst beschäftigen. Und natürlich darf auch das rege Konzertleben nicht vergessen werden, welches ganzjährig die unterschiedlichsten Musikstile und Musikrichtungen auf die Bühnen der Stadt bringt. Unter der Überschrift »Hiergibt’s was für die Ohren!« stellt Stadtarchivar Tlwmas Moos in einem kleinen geschichtlichen Streifzug die »Musikstadt Bruchsal« vor.

Das Deutsche Musikautomaten-Museum auf neuen Wegen
Ulrike Näther

2014 wurde das Deutsche Musikautomaten-Museum im Schloss Bruchsal in 2-jähriger Umbauzeit neugestaltet und inhaltlich neukonzipiert. Die Aufmerksamkeit galt dabei nicht nur den technischen Entwicklungen, sondern verstärktauch den sozialen und wirtschaftlichen Hintergründen und Rahmenbedingungen der Herstellung und Nutzung von Musikautomaten. Ein neues Vermittlungskonzept, bestehend aus Medienstationen und hands-on, macht das bisher vor allem auf Gruppenführungen ausgerichtete Museum für Familien und Individualbesucher attraktiver.

Bruchsal wird Utopolis oder Die Bürger übernehmen
Judith Kriebel

Im April und Mai 2015 veranstaltete die Badische Landesbühne unter der Überschrift »Utopolis« ein Theater- und Kulturfestival in der Bruchsaler Innenstadt. Das Festival bildete den Höhepunkt und zugleich den Abschluss eines auf drei Spielzeiten angelegten, partizipa- tiven Theaterprojektes, im Zuge dessen sich u. a. auch das BLB-Bürgertheater gründete. Die Frage »Wie wollen wir leben?« stand dabei immer im Zentrum der künstlerischen Arbeit: Wie kann das Zusammenleben in einer gedachten, erträumten oder befürchteten Stadt der Zukunft aussehen? Bürger und Bürgerinnen, Künstler und Künstlerinnen aus Bruchsal, Vereine, Schulen, soziale und kulturelle Einrichtungen, die Bruchsaler Amateurtheater und die Badische Landesbühne - die ganze Stadt war auf den Beinen, um an vier Tagen die eigene Heimatstadt in die Stadt der Zukunft zu verwandeln. Doch was bleibt vom Ausnahmezustand Festival? Welche Impulse konnten sich in den Alltag übertragen? Und welche Möglichkeiten zur Partizipation, zur aktiven Gestaltung von Heimat, wird es zukünftig in Bruchsal geben?

Badische Heimat Bruchsal - bald 100 Jahre alt
Jörg Teuschl

Im Jahre 1920 gründeten heimat- und geschichtsbewusste Männer und Frauen aus Bruchsal und Umgebung die, wie man damals noch sagte, »Ortsgruppe Badische Heimat Bruchsal«. Der Beitrag des heutigen Vorsitzenden Jörg Teuschl gibt einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der jetzigen Regionalgruppe.

Eine »Incentive-Reise« bei Markgraf Carl Wilhelm
Die Reise des Hofrats Johann Ernst Bürcklin nach London 1729
Hans Merkle

Wenn wir uns das Reisen im Zeitalter des Barock vorstellen, denken wir meist an Postkutschen. Kaum eine Rolle spielen Schijfsreisen. Umso bedeutsamer ist daher das Tagebuch des badischen Hofrats Johann Ernst Bürcklin (1689-1771) über seine vierwöchige Reise nach England 1729. Er hatte Markgraf Carl Wilhelm von Baden-Durlach (1679-1738) in die Niederlande begleitet und machte von dort aus einen Abstecher nach London. Im dem hier erstmals ausgewerteten Tagebuch schilderte er seine Erlebnisse auf See und in der britischen Metropole.

Die Grabsteine frühverstorbener unehelicher Kinder des regierenden Markgrafen Carl Wilhelm von Baden-Durlach (1679-1738) und seines Bruders Christoph(er) (1684-1723)1
Johann Wilhelm Braun

In der alten Durlacher Friedhofskapelle gab es aus der Stadtgründungszeit Karlsruhes zehn Grabsteine für 13 »natürliche« Kinder des regierenden Markgrafen Carl Wilhelm sowie seines Bruders Christoph. Diese Kinder waren 1718-1722 im Alter von einem Tag bis zu drei Jahren gestorben. Solch eine Grablege für frühverstorbene uneheliche Kinder der Regenten ist unter allen Fürstentümern des damaligen Heiligen Römischen Reichs einzigartig.

»Mit frohem Muet in d Zuekunft«
Muettersproch-Gsellschaft feierte ihren 50-jährigen Geburtstag

Friedel Scheer-Nahor

Vor 50 Jahren wurde in Freiburg i. Br. die Muettersproch-Gsellschafi e. V. gegründet. Der erklärte Vereinszweck war die Erhaltung und Pflege der Mundart, die in Südbaden gesprochen wird. Gegründet wurde die Gemeinschaft auf die Initiative von in Alemannisch schreibenden Kulturschaffenden hin. Doch ab den 70er Jahren gelang es, den Unterstützerkreis auf all die zu erweitern, denen der Fortbestand des Alemannischen und die positive Wahrnehmung der Mundart in der Öffentlichkeit am Herzett lagen.

Heinrich Hansjakob im Lichte des Nationalsozialismus
Zur Rezeption des Haslacher Schriftstellers im Dritten Reich

Manfred Hildenbrand

Heinrich Hansjakob (1837-1916) gehört mit seinen 74 Werken bis heute zu den bekanntesten Schriftstellern Badens. Der Autor von »Bauernblut« und »Erzbauern« wurde von den Nationalsozialisten vereinnahmt und seine Bücher als »Blut- und Boden-Literatur» verfälscht. Manfred Hildenbrand untersucht die Hintergründe dieser Fehlinterpretation.

Von den Nachbarn lernen
Seit einigen Jahren gibt es im schweizerischen Thurgau zwei bemerkenswerte Stiftungen zum Thema Denkmalschutz

Anne Overlack

Zwei noch junge Stiftungen in der Schweiz bieten viel versprechende Lösungen bei Umnutzung und Erhalt von Baudenkmalen: die Denkmalstiftung Thurgau betreibt in Schönenberg ein Bauteilelager, in dem historische Baumaterialien bis zu ihrer Sach- und fachgerechten Wiederverwertung bewahrt werden. Zwei historische Fischerhäuser in Romanshorn hat die Stiftung denkmalgerecht saniert und lässt die besondere Immobilie nun von der Partnerorganisation Magnificasa auf Zeit vermieten - Ferien vom Alltag in historischem Ambiente. Dafür gibt es ein leuchtendes Vorbild in England: den Landmark Trust.

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