Das Heft "Badische Heimat"

Abstracts aus Heft 1-2/2015

Badische Heimat Heft 3/2013Frank Mentrup / Edith Wiegelmann-Uhlig
Die Stadt Karlsruhe im Jahr 2030. Ein Zukunftsszenario

Badische Heimat 1/2 2015, S. 16–22

Karlsruhe, die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs, zeichnet sich durch eine starke wirtschaftliche Entwicklung sowie durch eine hohe Lebensqualität aus. Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept als flexibler Orientierungsrahmen und die daraus abgeleiteten Stadtteilentwicklungskonzepte ermöglichen eine ausgewogene Entwicklung. Karlsruhe kann so den Herausforderungen einer prosperierenden Stadt verantwortungsvoll im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung begegnen.

Anke Karmann-Woessner
Die Stadt neu denken. Räumliches Leitbild Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 23–26

Das Räumliche Leitbild Karlsruhe als ein Leitprojekt des Handlungsfeldes Fokus Innenstadt und Stadtteile 2020 ist seit 2012 im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) verankert. Der Planungsprozess hat zum Ziel, die künftige städtebaulich-räumliche Entwicklung in einem breit angelegten und sehr frühzeitig initiierten Beteiligungsprozess mit der Öffentlichkeit und den politischen Gremien zu entwickeln. Der Fokus liegt auf der Bewältigung der sich aus den vielfältigen demographischen, ökologischen, ökonomischen und strukturellen Veränderungsprozessen ergebenden Forderungen nach Qualifizierung und Ergänzung von Nutzungen. Diese bedürfen der Integration einer Vielzahl von Fachdisziplinen in einem kritischen gesamtheitlichen Steuerungsprozess.

Wolfgang Fritz
Das Karlsruhe der City und das Karlsruhe der Bürgervereine. Die Bedeutung der Bürgervereine in Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 27–34

Karlsruhe ist in den 300 Jahren seines Bestehens zu einer Großstadt mit einem Mosaik von Lebenswelten herangewachsen. Der größte Teil der Karlsruher und Karlsruherinnen wohnt außerhalb der City in einem Stadtteil mit eigenen Interessen und Identitäten und will an der Entwicklung seines Wohnquartiers beteiligt sein. Schon 1888 wurde der erste Bürgerverein gegründet zur Vertretung der Interessen seines Stadtteils. Heute sind die 25 Karlsruher Bürgervereine auch wegen ihrer Unabhängigkeit und politischen Neutralität anerkannte kompetente Mittler zwischen einerseits der Bevölkerung und den Institutionen ihres Stadtteils und andererseits den Entscheidungsträgern in Politik und Stadtverwaltung in der City. In Karlsruhe hat sich eine wahrscheinlich bundesweit einzigartige „Bürgervereinskultur“ entwickelt. Die den Bürgervereinen gegebenen Anhörungs- und Mitwirkungsrechte ermöglichen ihnen die Erfüllung einer effektiven Scharnierfunktion.

Volkmar Baumgärtner / Gerd Hager
MatrjoschKA am Oberrhein

Badische Heimat 1/2 2015, S. 35–41

Karlsruhe ist der wirtschaftliche Motor und Bevölkerungsmagnet der Planungsregion Mittlerer Oberrhein, Gallionsfigur der badisch-südpfälzischen Aktionsgemeinschaft TechnologieRegion Karlsruhe, Hauptarbeitsstätte im grenzüberschreitenden PAMINA-Raum, Impulsgeber im Städtenetz der Trinationalen Metropolregion Oberrhein und bewegt sich dabei sicher auf europäischem Parkett. Kurzum, die Fächerstadt spielt auf vielen Bühnen gleichzeitig und führt dort manchmal sogar Regie. Nachfolgend beleuchten die Autoren ausgewählte Schauplätze und Schauspiele.

Margret Mergen
Karlsruhe und Baden-Baden: Eindrücke eines engen Beziehungsgeflechts

Badische Heimat 1/2 2015, S. 42–48

Was verbindet die junge Stadt Karlsruhe mit ihren 300. Jahren mit der römischen Stadtgründung Baden-Baden? Es ist das Haus Baden, das schon 1100 seinen Sitz in Baden-Baden nahm und in dessen Folge 1535 die Durlacher-Linie begründet wurde. Heute verbindet eine gute gegenseitige Ergänzung die Innovationsstadt Karlsruhe mit der Kur- und Kulturstadt Baden-Baden. Beide Städte erleben Transformationen wie z.B. Baden-Baden mit ihrem Aufschwung vor 200. Jahren als Sommerresidenz Europas oder Karlsruhe als Wissenschaftsstadt seit der Gründung der ersten technischen Universität in Deutschland. Heute bündeln beide Städte ihre Kräfte zur Stärkung der Technologie Region Karlsruhe.

Detlev Fischer
Karlsruhe wird Residenz des Rechts

Badische Heimat 1/2 2015, S. 49–58

Bereits unmittelbar nach Konstituierung der Bundesregierung im September 1949 nahm das neugeschaffene Bundesjustizministerium die Planungen für die Errichtung des Bundesgerichtshofs als oberster Gerichtshof für die Zivil- und Strafrechtspflege und als Nachfolger des 1945 geschlossenen Reichsgerichts auf. Gleichzeitig war eine Standortwahl zu treffen, weil die alte Reichsgerichtsstadt Leipzig, im sowjetischen Machtbereich gelegen, nicht mehr in Betracht kommen konnte. Der Bundestag entschied sich 1950 für Karlsruhe und wiederholte diese Entscheidung ein Jahr später für den Sitz des Bundesverfassungsgerichts. In den folgenden Jahren erlangte die einstige badischen Landeshauptstadtmit dem Auf- und Ausbau der Bundesgerichtsbarkeit eine neue zentrale Bedeutung als Residenz des Rechts.

Dietmar Persch / Simone Heinrich
Wirtschaft in Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 59–64

Das Wirtschaftsleben ist ein fester Bestandteil der badischen Kultur. In Karlsruhe ist es seit jeher geprägt von Erfindergeist und Innovationsfreudigkeit. Heute, in Zeiten der Digitalisierung und Industrie 4.0, ist Karlsruhe Motor für Weiterentwicklungen vor allem im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Durch die enge Vernetzung zwischen Wirtschaft, Forschung und Lehre bietet Karlsruhe optimale Voraussetzungen für eine florierende, moderne Wirtschaft und zählt als führendes IT-Cluster zu den wirtschaftsstärksten Regionen Europas.

Heinz Ohnmacht
Aus Baden, für Baden. Der BGV als Garant für Sicherheit im Südwesten

Badische Heimat 1/2 2015, S. 65–69

Seit über neun Jahrzehnten ist der BGV – Badischer Gemeinde-Versicherungs-Verband – der Versicherer der Kommunen und der Bürger in Baden. Gegründet in besonders unsicheren Zeiten bietet er Sicherheit für wirtschaftliches Wachstum und eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. Mit dem Leitsatz „Meine Heimat. Mein Leben. Badisch gut versichert.“ vereint der BGV die Werte der Menschen in Deutschlands Südwesten. Er steht für Selbstständigkeit, Freiheitlichkeit und Menschlichkeit und ist damit bis heute ein ganz besonderes Versicherungsunternehmen.

Gottfried Leiber
Die Pyramide in Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 72–79

Als 1807 an der neuen Stadtkirche am Marktplatz das Bauen anfing, wurde die Concordienkirche über der Gruft des Markgrafen Carl Wilhelm niedergelegt und die Begräbnisstätte stand offen. Zur Abdeckung zimmerte man vorerst eine hölzerne Pyramide, Weinbrenner indes konnte sich dazu auch ein Denkmal vorstellen. 1823 erhielt er von Großherzog Ludwig den Auftrag, die provisorische Pyramide in Stein zu planen, 1825 stand sie vollendet. Die Pyramide war zum Wahrzeichen der Stadt geworden.

Johannes Werner
Karlsruhe, wie Wilhelm Hausenstein es sah

Badische Heimat 1/2 2015, S. 80–86

Immer wieder kam der Schriftsteller Wilhelm Hausenstein auf seine Jugendjahre zurück, die er in Karlsruhe verbrachte und die ihn für immer prägten; auch weil ihm in dieser Stadt die leibhaftige Antike entgegentrat, in deren Geist der große Friedrich Weinbrenner die ursprüngliche, absolutistische Gründung überformt hatte. So wie die Bauten – fand Hausenstein – sollten sich auch die Menschen zueinander verhalten; die Ästhetik enthielt eine Ethik, deren Auflösung freilich schon sichtbar war.

Franz Littmann
» in die verwilderten Gärten der Dichtung und Poesie« Der Germanist, Kritiker und Schriftsteller Adolf von Grolman (1888–1973)

Badische Heimat 1/2 2015, S. 87–96

Der Karlsruher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Adolf von Grolman (1888–1973) wurde im Juli 1942 von der Gestapo inhaftiert. Seine kulturkonservative Literaturgeschichtsschreibung, die sich zwischen Anpassung und Opposition bewegte, öffnete die Augen für Verkanntes und nicht gebührend Beachtetes. Der größte Teil seines Nachlasses (etwa 30 Bücher, Manuskripte, Aufsätze, Rundfunkvorträge und cirka 5000 Briefe) befindet sich in der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe.

Ernst Otto Bräunche
Karlsruhe und seine Stadtjubiläen

Badische Heimat 1/2 2015, S. 97–103

Der Beitrag gibt einen Überblick über die bisherigen Gründungsjubiläen der Stadt Karlsruhe und zieht eine Bilanz unter dem Blickwinkel des nachhaltigen stadtgeschichtlichen Ertrages. Erst 1965 konnte die 1715 gegründete Stadt zum ersten Mal in größerem Umfang feiern, nachdem vor allem die für das 200-jährige Jubiläum geplanten Aktivitäten wegen des Ersten Weltkriegs weitgehend abgesagt werden mussten. Ein Ausblick informiert über die Beiträge von Stadtarchiv & Historische Museen Karlsruhe zum Jubiläumsjahr 2015.

Manfred Koch
»… den historischen Beziehungen dieses Gemeinwesens Aufmerksamkeit zuwenden …«. Geschichtspflege und historische Bildungsarbeit

Badische Heimat 1/2 2015, S. 104–113

Vor 130 Jahren begann in Karlsruhe mit der Einrichtung des Stadtarchivs die institutionalisierte Stadtgeschichtsschreibung und damit verbunden eine historische Bildungsarbeit. Nach 40 Jahren, dem Erscheinen von drei Stadtgeschichten und 39 Jahreschroniken kam es zum Erliegen der Geschichtspflege. Der Stillstand währte 60 Jahre ehe 1985 mit der personellen Verstärkung des Stadtarchivs wieder eine institutionalisierte professionelle und ertragreiche Stadtgeschichtsschreibung und Vermittlungsarbeit einsetzte. Ergänzt wird sie durch landesweit ausgerichtete und ortsteilgebundene Vereine und Geschichtswerkstätten.

Marketa Haist
Ein Garten der Religionen für Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 115–127

In Karlsruhe entstand aus langfristigen intensiven Kontakten zwischen verschiedenen religiösen Gruppen die Idee eines Gartens der Religionen. Zunächst eine Utopie, konkretisierte sich das Projekt im Rahmen des dreihundertsten Stadtgeburtstags. Der Garten wird nach einem gemeinsam erarbeiteten Entwurf mithilfe eines Landschaftsarchitekturbüros gebaut. Er soll einen Rahmen für zahlreiche Aktivitäten bieten, die das gegenseitige Verständnis zwischen Angehörigen unterschiedlicher Religionen wie auch zwischen gläubigen und nichtgläubigen Menschen fördern: Ein Garten für alle.

Udo Wennemuth
Karlsruhe als Sitz der Kirchenleitung der evangelischen Kirche

Badische Heimat 1/2 2015, S. 128–133

Als Residenzstadt wurde Karlsruhe nach der Bildung des Großherogtums Baden auch Sitz der nun vereinigten evangelisch-protestantischen („unierten“) Landeskirche in Baden. Bis 1918 war die Evangelische Kirche eine staatliche Einrichtung mit dem Großherzog als Bischof. Die oberste Kirchenbehörde, der Evangelische Oberkirchenrat erhielt erst 1861 seine Eigenständigkeit mit einem Direktor, später Präsidenten an der Spitze. Erst jetzt konnte auch die Landessynode ihre jährlichen Sitzungen durchführen. Sichtbarer Ausdruck der erweiterten Selbstständigkeit der Kirche ist auch das 1905-1907 errichtete Verwaltungsgebäude des Evangelischen Oberkirchenrats in der Blumenstraße 1.

Tobias Licht
Katholisch in Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 134–142

Nachdem dank konfessioneller Toleranz von Anfang an katholische Christen in Karlsruhe ansässig waren, hat die katholische Kirche seit 1814 mit der monumentalen Stephanskirche ihren Mittelpunkt. Mit zuletzt 30,7% ist sie heute die größte Konfession inder Stadt. Obwohl nicht Sitz des Erzbischofs, ist Karlsruhe für die Erzdiözese Freiburg von zentraler Bedeutung – als Hauptstadt des ehemaligen Landes Baden, als nunmehr größte Stadt Badens / der Erzdiözese, als „Bundeshauptstadt der dritten Gewalt“ und als kulturelles Zentrum. Besondere Aktivitäten und Einrichtungen wie das Karlsruher Foyer Kirche und Recht, die Kontaktstelle der Kirchen zu den obersten Bundesgerichten, korrespondieren diesen Gegebenheiten.

René Gilbert
Dreimal in sieben Jahren. Die Besuche des Bundespräsidenten Heinrich Lübke in Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 114–122

Während seiner Amtszeit als Bundespräsident besuchte Heinrich Lübke insgesamt dreimal die Stadt Karlsruhe. Dabei erfuhren insbesondere sein zweiter und dritter Besuch in der Bevölkerung eine hohe Aufmerksamkeit und Zustimmung, fanden sie doch zu zwei herausragenden Anlässen in der Karlsruher Stadtgeschichte statt: dem 250. Stadtgeburtstag im Jahr 1965 und der Eröffnung der Bundesgartenschau im Jahr 1967. Der Aufsatz rekonstruiert den Anlass und Ablauf aller drei Besuche und vermittelt dadurch einen Einblick in Aufgaben, Amtsführung und Wesensart des zweiten bundesdeutschen Staatsoberhauptes.

Susanne Asche
Das Kulturleben in Karlsruhe und die Kulturpolitik der Zukunft

Badische Heimat 1/2 2015, S. 143–148

Das Karlsruher Kulturleben tragen eine Vielzahl von Kunst-, Bildungs- und Kulturinstitutionen sowie eine große Zahl freier Akteure und Akteurinnen. Neben den vielen kulturellen Landes- und Kommunaleinrichtungen - allein zum städtischen Kulturamt zählen die Städtische Galerie, Stadtarchiv und historische Museen, Stadtbibliothek und Kulturbüro - gibt es viele freie Kultureinrichtungen, die von Stadt und Land gefördert werden. Es gibt eine Vielzahl an Vereinen und Initiativen, die sich der Bildenden Kunst, der Musik, dem Theater, der Literatur, der Darstellenden Kunst, dem Tanz, dem Film, der Soziokultur, den neuen Medien oder dem interreligiösen und interkulturellen Dialog widmen.
Dieses Kulturleben jenseits der großen Landeseinrichtungen wird in dem Beitrag vorgestellt entlang der Gebäude, die kulturell genutzt werden.

Peter Spuhler / Ivica Fulir
Ein neues Staatstheater

Badische Heimat 1/2 2015, S. 149–154

Das Staatstheater Karlsruhe wird erweitert und saniert. Ziel ist ein umfassend „offenes Theater“, das sich den gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen stellt und umfassende Visionen für zukünftige Nutzungen entwickelt.
20 internationale Architekturbüros nahmen an einem Wettbewerb teil, am 2.12.14 fiel die Entscheidung über die ersten drei Plätze. Zum Zeitpunkt der Drucklegung von „Aufgefächert“ haben die Preisträger ihre überarbeiteten Entwürfe zur erneuten Prüfung bei Vermögen & Bau des Landes Baden-Württemberg eingereicht.

Sven Varsek
DAS FEST in Karlsruhe – Geschichte und Bedeutung

Badische Heimat 1/2 2015, S. 155–160

DAS FEST ist mittlerweile eine der größten Open-Air-Veranstaltungen in Deutschland. Als generationenübergreifendes Familienfestival ist DAS FEST einer der überzeugendsten Imageträger für Karlsruhe. Das von den Organisatoren verfolgte Ziel unterscheidet sich deutlich von den anderen großen internationalen Festivals, denn sowohl konzeptionell wie auch kommunikativ werden alle Bevölkerungsschichten angesprochen, ungeachtet ihres Alters und Einkommens. Somit verfügt Karlsruhe in mehrfacher Hinsicht über ein einzigartiges Sommer-Event.

Roswitha Zytowski
Ewald Schrade und die art KARLSRUHE

Badische Heimat 1/2 2015, S. 161–167

Seit 2004 findet alljährlich die art KARLSRUHE statt. In kürzester Zeit konnte sich die Kunstmesse, trotz der räumlichen Nähe zur ART COLOGNE und der Art Basel, etablieren. Maßgeblich für diesen Erfolg ist der Gründungsvater und Kurator Ewald Schrade. Seit über vierzig Jahren selbst Galerist, prägte er die Messe von Anbeginn. Sein Konzept, die Klassische Moderne mit Gegenwartskunst zusammenführen, hat sich nicht nur in seiner Galeriearbeit bewährt, es ist auch ein Garant für den Erfolg art KARLSRUHE.

Ursula Merkel / Susanne Schiller-Winkel
» Wir sind eine Institution, die überdauert«. Interview mit Ernst Caramelle, Rektor der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 168–176

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, 1854 als „Großherzogliche Kunstschule“ gegründet, wird seit 2012 von Professor Ernst Caramelle als Rektor geleitet. In einem Interview mit den Kunsthistorikerinnen Dr. Ursula Merkel und Susanne Schiller-Winkel äußert sich Ernst Caramelle zur heutigen Bedeutung der ebenso traditionsreichen wie renommierten Kunsthochschule, zu Fragen der Ausbildung und zu aktuellen Entwicklungen.

Erwin Vetter
»Karlsruhe, meine Herzkammer«

Badische Heimat 1/2 2015, S. 177–184

Die Liebeserklärung des großen Künstlers Prof. Emil Wachter an sein Karlsruhe. Ein Versuch, die Seele dieser Stadt aus der Perspektive des Malers zu erkunden. 

Anne Kern
Vom Benediktinermönch zum Schauspieldirektor. Casimir Schweizelsperg und seine Oper »Die romanische Lucretia«

Badische Heimat 1/2 2015, S. 185–195

Die Oper „Die romanische Lucretia“ von Casimir Schweizelsperg wurde 1715 gedruckt und vermutlich im Spätsommer 1714 am markgräflichen Hof in Durlach uraufgeführt. Die singulären Merkmale dieses Werkes belegen sowohl Zeitgeschmack wie Vorlieben des badischen Markgrafen Carl Wilhelm (1679–1738) und geben Einblick in das barocke Musiktheater, besonders das deutsche Singspiel, wie es zu Anfang des 18. Jhs. in Durlach gepflegt wurde. Auch das ungewöhnliche Leben Casimir Schweizelspergs wird hier erstmals ausführlich dargelegt.

Achim Heidenreich
Berg der Entschiedenheit. Wolfgang Rihms Karlsruher Musikästhetik

Badische Heimat 1/2 2015, S. 196–204

Frisch sind und bleiben die Einfälle, tief ist die psychologische sowie historische Dimension seines Schaffens und gebirgig falten sich die Werke vor dem Hörer und Betrachter auf: Im Zeitfluss geht es über scharfe Grate, entlang schroffer Abgründe, man streift über ansteigende begraste Flanken und Blumenwiesen, blickt über weite, mehrere Klangtäler überspannende Zyklen zum Firmament – und sieht sich am Ende selbst als das Andere im Identischen, sprich: ist auf dem Weg und kommt zu einer Erkenntnis im Lichte der Aufklärung aus dem Geist der Musik Wolfgang Rihms.

Peter Overbeck
„Händel in Karlsruhe“

Badische Heimat 1/2 2015, S. 205–206

Eine intensive Pflege der Werke des Barockkomponisten G. F. Händel ist seit 1978 fester Bestandteil des Karlsruher Kulturlebens. Das Badische Staatstheater veranstaltet jährlich „Händel-Festspiele“ (früher „Händel-Tage “). Markenzeichen sind das Festspielorchester der „Deutschen Händel-Solisten“ und die Kurse der „Internationalen Händel-Akademie“. Die „Händel-Gesellschaft Karlsruhe e. V.“ steuert u. a. einen Händel-Jugendwettbewerb bei und pflegt den Kontakt zu Händels Geburtsstadt Halle/Saale.

Julia Freifrau Hiller von Gaertringen / Karen Evers
Bücher und mehr. Die Badische Landesbibliothek als Kulturinstitution in Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 207–218

Die Badische Landesbibliothek (BLB) ist eine zentrale Institution der Informationsinfrastruktur in Baden-Württemberg. Neben ihren bibliothekarischen Aufgaben nimmt sie eine führende Rolle als Kultureinrichtung wahr. Jährlich werden mindestens vier bestandsbezogene Ausstellungen gezeigt, 40 bis 50 Abendveranstaltungen mit Lesungen, Vorträgen und Konzerten kommen hinzu. Anlässlich des 300. Geburtstags der Stadt Karlsruhe präsentierte die BLB vom 11. Februar bis 25. April 2015 die Ausstellung „Karlsruher TulpenKULTur. Markgraf Karl Wilhelm und seine Gartenkunst“.

Ernst Otto Bräunche / Andrea Krieg
Stadtbibliothek Karlsruhe. Von der Volksbildung zur Generation E-Book

Badische Heimat 1/2 2015, S. 220–240

Die Stadtbibliothek Karlsruhe als demokratische Einrichtung für die gesamte Einwohnerschaft ist mit ihren insgesamt neun Einrichtungen dem Grundgesetz zur Informations- und Meinungsfreiheit verpflichtet. Der Artikel stellt nach einem geschichtlichen Rückblick aktuelle Aufgabenschwerpunkte und Entwicklungsperspektiven der größten von der Stadt als Alleinträgerin unterhaltenen Kultureinrichtung vor. Sie spiegelt heute die vielfältigen Informationsbedürfnisse und Interessen junger und älterer Menschen wider und lädt zum realen oder virtuellen Besuch ein.

Birgit Korn / Tobias Markowitsch
Die alte Gymnasiumsbibliothek und die neue Historische Bibliothek des Bismarck-Gymnasiums Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 241–244

„ Mit alten Büchern Neues lernen“. So hieß das Bibliotheksprojekt der Schulgemeinschaft des Bismarck-Gymnasiums Karlsruhe, bei dem zwischen 2011 und 2014 aus einer Sammlung altsprachlicher Bücher, die in einer Art Abstellraum verwahrt wurden, eine Historische Bibliothek wurde, die systematisch sortiert aufgestellt und katalogisiert ist und die ihren Platz im renovierten und damit auch schulisch wieder nutzbaren Bibliotheksraum gefunden hat.

Wolfgang Zimmermann
Das Generallandesarchiv in Karlsruhe. Einladung zur Begegnung mit Geschichte

Badische Heimat 1/2 2015, S. 242–250

1803 als badisches Zentralarchiv gegründet, gehört das Generallandesarchiv zu den ältesten und bedeutendsten Staatsarchiven Deutschlands. In einer reizvollen architektonischen Kombination von Alt- und Neubau ist das Archiv heute ein einladender Ort zur Begegnung mit der Geschichte. Der wissenschaftlichen Forschung bietet es hervorragende Arbeitsmöglichkeiten. Ausstellungen und Vorträgen, Seminare und Projektarbeiten mit Schülern gehören zu den Angeboten des Hauses, das fest in den Kreis der Karlsruher Kultureinrichtungen integriert ist.

Alexandra Kaiser
Stadtarchiv & Historische Museen. Sammeln für die Karlsruher Stadtgeschichte

Badische Heimat 1/2 2015, S. 251–256

Der Artikel zeichnet kurz die Geschichte des Stadtarchivs und der Stadtgeschichtlichen Sammlungen in Karlsruhe sowie des Pfinzgaumuseums in Karlsruhe-Durlach nach. Davon ausgehend stellt er Überlegungen vor, ein gemeinsames Sammlungs- und Dokumentationskonzept für die stadtgeschichtlichen Einrichtungen zu entwickeln, das eine aktive und zukunftsweisende Sammlungspolitik erlaubt.

Jürgen Oppermann
Die Literarische Gesellschaft / Museum für Literatur am Oberrhein. Literatur und Literaturvermittlung in Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 257–263

Seit über 90 Jahren bereichert die Literarische Gesellschaft mit ihrem vielseitigen Programm aus Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen die literarische Kultur im Südwesten der Republik. Sie ist Träger des Museums, des Archivs und der Bibliothek für Literatur am Oberrhein. Mit dem Scheffel-Preis, der an über 8oo Schulen für herausragende Leistungen im Fach Deutsch vergeben wird, leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Bildungspolitik.

Thomas Lindemann
» Lindemanns Bibliothek«. Über 60 Jahre Veröffentlichungen für Karlsruhe und die Region im Info Verlag

Badische Heimat 1/2 2015, S. 258–268

„ Vielleicht ein Buch über Malta, meine zweite Heimat.“ Ansonsten fühlt sich Verleger Thomas Lindemann pudelwohl in seiner Region. Baden(-Württemberg) mit seinen angrenzenden Nachbarn bis hinüber an die elsässische Grenze hat genug zu bieten für ein abwechslungsreiches und spannendes Verlagsprogramm, das inzwischen an zwei Standorten entsteht: in Karlsruhe und in Bretten. Der Blick über den regionalen Tellerrand hinaus ist bei der Titelauswahl durchaus beabsichtigt.

Hellmut Wagner
ZKM: Kultur-Kathedrale Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 267–276

Die Gründung des ZKM resultiert aus einem „Städtequalitätsprogramm“ des Landes Baden-Württemberg und aus Überlegungen aus der Stadt Karlsruhe, eine kultur- und wissenschaftspolitisch wegweisende Einrichtung überregionalen Charakters zu schaffen. Der Verfasser skizziert die Entstehung des ZKM sowie die Ziele von ZKM und der Hochschule für Gestaltung (HfG). Ein Glücksfall war die Berufung von Heinrich Klotz als Gründungsdirektor des ZKM, der die HfG zur Bedingung für sein Kommen machte. Der Verfasser weist auch auf das bürgerschaftliche Engagement im Vorfeld der ZKM-Gründung hin. Er schildert den „Lebenslauf“ des IWKA-Hallenbaus A: Aus einer Patronenhülsenfabrik entsteht die Kulturkathedrale, die Heimat von ZKM und Hochschule für Gestaltung.

Brigitte Baumstark
Kunst und historische Architektur in der Städtischen Galerie Karlsruhe

Badische Heimat 1/2 2015, S. 285–288

Anlässlich des Stadtjubiläums zeigt die Städtische Galerie eine Folge spektrenreicher
Ausstellungen zur bildenden Kunst und zur Architektur in Karlsruhe: wir feiern das
Jubiläum des Künstlerbundes Baden-Württemberg, der vor 60 Jahren hier gegründet
wurde, beleuchten das Schaffen und die Persönlichkeit des klassizistischen Architekten
Friedrich Weinbrenner und stellen die aktuellen Werke der zur Zeit lehrenden
Professoren und Professorinnen der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
vor.

Anja Casser
Learn to Read Art. Der Badische Kunstverein

Badische Heimat 1/2 2015, S. 289–292

Am Puls des künstlerischen Zeitgeschehens und international ausgerichtet – dadurch zeichnet sich der 1818 gegründete Badische Kunstverein in Karlsruhe aus. Auf einer Ausstellungsfläche von etwa 1000 m2 werden im Jahr zehn Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt, sowie Arbeiten aus den 1960er bis 1980er Jahren, die für ein Verständnis aktueller Kunstproduktion entscheidend sind. Ein umfassendes Rahmenprogramm bietet eine Plattform für den Diskurs über gegenwärtige soziale, politische und kulturelle Prozesse.

Paul-Ludwig Weinacht
» KA 300«. Welchen Sinn soll man dem Stadtgeburtstag geben?
Badische Heimat 1/2 2015, S. 293 - 301

Im Altertum wurden Stadtfeste als politischer Gottes- bzw. Götterdienst gefeiert. Sie waren nicht bloße Opferpriester- (Athen) oder imperiale Regierungsfeste (Rom), sondern durch aktive Beteiligung der Bürgerschaft der Stadt auch Bürgerfeste.
Für Stadtjubiläen in unserer Zeit sind vier Sinnbegründungen einschlägig: Identifikation mit der eigenen Stadtgeschichte, wofür freilich KA 300 angesichts der Verdrängung badischer Traditionen eher negativ auffällt. Nachhaltigkeit – dafür das Beispiel Mannheims im Jubiläumsjahr 1907. Wirtschaftlichkeit am Beispiel Münchens; bürgerschaftlicher Gemeinsinn am Beispiel Erlangens (2002) und – mit Rücksicht auf bürgerschaftliches Mäzenatentum – noch einmal Mannheim (1907).

Badische Heimat aktuell

Aktuelles aus dem Verein
Nachrichten aus dem Land - tagesaktuell veröffentlicht bei Landeskunde online
 

Das Heft "Badische Heimat"

Das aktuelle Heft
Archiv der neueren Ausgaben


Archiv der älteren Ausgaben
Buchbesprechungen
Digitale Reprints
Hinweise zur Gestaltung der Texte
 

Mitglieder und Abonnenten
Digitalisierte Hefte für Nachbezug (passwortgeschützter Bereich)
 
Service
Mediadaten & Anzeigenpreise
 
Technik

Zum Lesen der pdf-Dateien benötigen Sie den kostenlosen pdf-Reader.

 
Mit freundlicher Unterstützung durch
   

Startseite | Kontakt | Impressum | © Badische Heimat 2015