Das Heft "Badische Heimat"

Abstracts aus Heft 1/2013

Badische Heimat Heft 2/2011Heinz Krieg: Die Markgrafen von Baden im Mittelalter: Eine fürstliche Familie zwischen Gefährdung und Selbstbehauptung

Heft 1/2013, S. 14-35
Kennzeichnend für die Markgrafen von Baden erscheint während des gesamten Mittelalters eine prekäre Zwischenposition am unteren Rand des Fürstenranges. Diese Problematik bestimmte maßgeblich die Herrschaftsbildung und die Handlungsspielräume der im Grenzbereich zwischen fürstlichem und nichtfürstlichem Hochadel angesiedelten Familie. Überblickt man ihre Geschichte von der Formierung des Geschlechts im 12. Jahrhundert über die Phase der Erbteilungen des 14. Jahrhunderts bis ins 15. Jahrhundert einschließlich der Herrschaft Markgraf Christophs I., so erreichten die Badener gegen Ende des Beobachtungszeitraums – im engen Anschluss an das Königtum – zwar schließlich einen Höhepunkt ihrer Macht, doch blieb ihre fürstliche Rangstellung letztlich stets prekär. Es ergibt sich somit ein ausgesprochen dynamisches Bild des Auf und Ab einer Familie im beständigen Kampf um die Wahrung ihrer fürstlichen Rangstellung.

Joachim Brüser: Zwei Baden, zwei Konfessionen – Die Markgrafen von Baden zwischen Luther, Calvin und dem Papst
Heft 1/2013, S. 36-52

In den badischen Markgrafschaften verlief die Reformation sehr zögerlich und in stetem Auf und Ab. In den oberrheinischen Territorien trafen lutherische, calvinistische und gegenreformatorische Ideen aufeinander und konnten sich je nach regierendem Markgraf unterschiedlich stark behaupten. Erst mit dem Westfälischen Frieden 1648 war die Konfessionalisierung abgeschlossen: Baden-Durlach mit den Gebieten der unteren und der oberen Markgrafschaft waren hinfort evangelisch, die Markgrafschaft Baden-Baden katholisch.


Ernst Otto Bräunche: „In Karlsruh’ ist die Residenz …“ – die badische Haupt- und Residenzstadt 1715–1918
Heft 1/2013, S. 53-72
Fast 100 Jahr liegt die Zeit zurück, als Karlsruhe noch badische Residenz war. Dennoch profitiert die moderne Großstadt Karlsruhe natürlich nach wie von ehemaligen Funktion als Residenzstadt, sie verdankt diesem Umstand nicht nur ihre Existenz und ihren charakteristischen Fächergrundriss, sondern auch zahlreiche stadtbildprägende Bauten und Institutionen, wie in einem knappen Überblick über gut 200 Jahre Residenzstadt Karlsruhe belegt wird.


Wolfgang Hug: Badens Aufstieg zum Großherzogtum: Ein Staat von neuem Format
Heft 1/2013, S. 73-94
Der Beitrag gilt den Grundlagen, die Baden im Lauf des 19. Jahrhundert zu einem wirklichen Musterland im Deutschen Reich werden ließen und öffnet Perspektiven, die auch in unsere Gegenwart hinein reichen: mit den Umrissen des starken Staates, mit einem modernen Beamtenrecht und einer loyalen wie auch aufgeklärten Beamtenschaft, mit einem Rechtssystem, das sich das volle 19. Jahrhundert hindurch bewährte und schließlich mit einer Verfassung aus liberalem Geist, auf deren Grundlage das Land wenn nicht zur Schule, so doch zu einer Vorschule der Demokratie in Deutschland werden konnte.


Oliver Sänger: Kaspar Hauser – eine badische Frage? Zur Entstehung der Legende vom vertauschten Erbprinzen
Heft 1/2013, S. 95-111
Das rätselhafte Schicksal Kaspar Hausers bewegt die Menschen seit seinem Erscheinen 1828 in Nürnberg bis heute. Er soll ein badischer Erbprinz gewesen sein, der durch eine Hofintrige beiseite geschafft wurde. Dafür wurden mehrfach vermeintliche Beweise angeführt. Tatsächlich handelt es sich um eine Legende, deren Entstehung sich recht genau datieren lässt. Auch können alle bisher vorgelegten „Beweise“ für eine Abstammung Hausers aus dem Haus Baden entkräftet werden.


Frank Engehausen: Reichsverfassungskampagne und badische Revolution 1849
Heft 1/2013, S. 112-128
Der Beitrag untersucht die zentralen programmatischen Stellungnahmen der badischen Revolutionäre aus den Jahren 1848/49 unter der Fragestellung, welche staatspolitischen Ziele sie verfolgten und welche Bedeutung nationale und regionale Perspektiven in diesem Kontext hatten. Der Schwerpunkt liegt dabei im Mai und Juni 1849, als es den badischen Revolutionären zunehmend schwerer fiel, Konzepte für eine Republikanisierung Deutschlands zu entwerfen, und folglich ein badisches Sonderbewusstsein stärker zur Geltung kam.


Christoph Schmider: Zwischen Karlsruhe und Rom. Die Katholiken und der badische Staat im Kulturkampf

Heft 1/2013, S. 129-149
Der Kulturkampf, jene im 19. Jahrhunderts verbissen geführte Auseinandersetzung um „liberale“ Politik und die Trennung von Staat und Kirche, wirkt im kollektiven Bewusstsein der Katholiken bis heute nach. Angesichts der Folgen, die er für die Betroffenen, im Klerus wie im „einfachen Kirchenvolk“ hatte – zahlreiche Beispiele sprechen eine deutliche Sprache –, verwundert dies nicht. Doch das Bild, das der Kulturkampf in der Rückschau bietet, ist ebenso wenig einheitlich, wie es „die Katholiken“ waren, sondern hängt entscheidend vom jeweiligen Blickwinkel ab. Und auch die bleibenden Folgen sind selbst aus kirchlicher Sicht keineswegs ausschließlich negativ.


Michael Kitzing: Novemberrevolution 1918 und frühe Pläne einer Vereinigung Badens mit Württemberg
Heft 1/2013, S. 150-174
„ Wir haben in der Revolution mit den Dynastien restlos aufgeräumt, aber die Grenzpfähle haben wir stehen lassen. Das ist zweifellos eine Unterlassungssünde der Revolution …“ Mit diesen Worten forderte der Mannheimer Reichstagsabgeordnete Oskar Geck im Jahr 1920 eine Zusammenlegung der Länder Baden und Württemberg und gehörte damit zu den Initiatoren einer schon in der Weimarer Zeit überaus rege geführten Diskussion über die territoriale Gestaltung des deutschen Südwesten.
Der Vortrag beleuchtet zunächst die politische Entwicklung in Baden in den Jahren 1918/19 und zeigt auf, weshalb es erst im Gefolge der Revolution zur Diskussion über eine Territorialreform kam. In einem zweiten Teil werden diese Diskussion, ihre Protagonisten und die Argumente Für und Wider einer Südweststaatsgründung in den 1920er Jahren erörtert.


Paul-Ludwig Weinacht: Zwei Besatzungszonen, zweimal Baden und das Problem seiner Wiedervereinigung
Heft 1/2013, S. 175-196
Die Amerikaner spalteten beim Zuschneiden der Besatzungszonen die südwestdeutschen Traditionsländer. Frankreich bemühte sich – im Blick auf die erwünschte Besatzungszone entlang des Rheins – vergebens um Revision. Auch die südbadische Regierung bemühte sich um die Wiederherstellung Badens. Es wird gezeigt, wie General Koenig beim Amerikaner Clay auf Granit beißt und wie Paul Zürcher als Vertreter Leo Wohlebs im Ländergrenzenausschuss der westdeutschen Ministerpräsidenten (August 1948) zwar eine Niederlage abwendet, aber keinen Erfolg erzielt. Der Kampf der Badener um die Wiederstellung ihres Staats war verloren, als die Befürworter des „Südweststaats“ den im Dezember 1951 den badischen Volkswillen durch Abstimmungsgeometrie zu überspielen und den vom Bundesverfassungsgericht erkannten Anspruch auf Volksentscheid nach Art. 29 GG über 13 Jahre verzögern konnten.


Christof Strauß: Badens Rolle im Südweststaat
Heft 1/2013, S. 197-221
Welche Rolle spielte der badische Landesteil in Baden-Württemberg seit dem Jahr 1952? War er tatsächlich „stets Provinz“ wie Leo Wohlebs Ehefrau Maria argwöhnte oder war er gar vornehmlich Profiteur der Südweststaatsgründung? Der Beitrag erhellt diese Frage anhand von drei Messgrößen: den Infrastrukturmaßnahmen im badischen Landesteil unter wechselnden Administrationen, den Hilfen für die badischen Notstandsgebiete nach dem Zweiten Weltkrieg und den Motiven für die Änderung der Regierungsbezirksgrenzen in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts.


Thomas Küster: Warum Baden „weiterlebt“ – Regionale Identität als Thema der Landesgeschichte
Heft 1/2013, S. 222-244
Der Begriff der regionalen Identität begegnet uns heute nahezu täglich. Vor allem die staatliche Kulturpolitik, das regionale Marketing und die Heimatvereine operieren häufig mit diesem Begriff, um die Bindung der Bevölkerung an ihre Lebenswelt und damit die menschliche Dimension eines räumlichen Gebildes zum Ausdruck zu bringen. Mit einem auf die Region bezogenen Identitätsgewinn scheint die Erwartung verbunden zu sein, die Zustimmung zugunsten einer gemeinsamen Sache fördern und die Ausgangslage der jeweiligen Region im Standortwettbewerb verbessern zu können. Die Zielrichtung ist dabei fast immer dieselbe: Das Engagement der Bürger für und die Bindung an ihre Region sollen gestärkt, die Gestaltungsspielräume der regionalen Kräfte in Verwaltung, Wirtschaft und Kultur sollen erweitert werden, damit sie im Rahmen europäischer und nationaler Strukturpolitik handlungsfähig bleiben oder werden. Aber was bedeutet regionale Identität eigentlich, wie entsteht sie und wie setzt sie sich fort? Und warum interessiert sich die vergleichende Landesgeschichte für dieses Thema? Zunächst sollen einige Erklärungsmöglichkeiten vorgestellt und diese dann auf das Beispiel Baden angewendet werden. Schließlich gilt es, einen Blick auf den Zustand der bekanntlich besonders ausgeprägten badischen Identität zu werfen.


Heinrich Hauß: Versuch eines Ausblicks. Auch im 60. Jahr „Baden in Baden-Württemberg“ haben die „badischen Regionen am Rhein“ eine Perspektive
Heft 1/2013, S. 245-252
Nach Ansicht des Autors muss der Landesverein Badische Heimat über die bisher gepflegte „Erinnerungskultur“ hinaus sich in Zukunft neue Handlungsfelder für die von ihm vertretenen „Regionen am Rhein“ erschließen. Ein Engagement für die im Entstehen begriffene „Trinationale Metropolregion Oberrhein“ wird als „angemessener Ort“ der „badischen Regionen am Rhein“ im europäischen Haus der Zukunft interpretiert. Die badische Heimat erweitert sich so am Oberrhein zur europäischen Heimat, auch für Badener. Statt Zentralitätsverluste zu beklagen, sollten die „Regionen am Rhein“ die Chance einer neuen Zentralität am Oberrhein wahrnehmen. Seit 1996 beschäftigt sich die Badische Heimat mit der Oberrheinoption. 2011 hat sich eine Arbeitsgruppe „grenzüberschreitende Zusammenarbeit“ beim Landesverein formiert.

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